Gegenwart

Mitternachtshafen

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Morgen, fragst du und nennst die Stadt, eine Uhrzeit und die Koordinaten eines Hinterhofs. Es könnte spät werden. Ob ich Zeit hätte, ein Ticket läge bereit, one way. One way wurde mir erst klar, als es später wurde, Nacht, und der Barkeeper mehr von mir wusste als du. Ich blieb eisern nüchtern für zwei, lächelte wenig und übte das Du mit geschlossenen Augen. Die Promille brachtest  erst du aufs Tablett, da war schon Schicht im Schacht, aber die Tür schönerweise noch offen.

Die Bar blieb leer wie mein Glas voll, ich schlief heimlich vor und war dann doch nicht gewappnet,  als das Taxi hielt und der Hinterhof die Beine breit machte. Come as you are, sang Curt eben noch, da hattest du meine Hand schon im Griff und im Gehen noch das Herz vor uns ausgebreitet: einen ganzen Winter gereift, einen Sommer durchzogen von Stürmen, die man keinem Seemann wünscht.

Die Feuertreppe war bereits im Feierabend, der Fahrstuhl im Streik, die Antwort auf alle Fragen blieb Ja. Zeit, den Hafen zu feiern, das Meer auf die Sonnenbank zu verfrachten und endlich die Augen zu öffnen, Wecker hin oder her.

Geliebte

Drei Fenster zum Hof

Über Nacht ein Kind geboren, das die Wiege schmäht und lieber zu Fuß auf die Beine kommt. Beine, die bis über beide Ohren der Langstrecke ergeben, das Knie stets auf Fünf vor Knapp und die Adduktorenspannung auf Maximum geregelt.

Die Zukunft hat Seitenstechen, bereits bevor ich sie vorstelle, es wirkt als hätte sie es geahnt, dass da noch einer komme, der zwar das Wort noch nicht gefunden, aber dafür auf der Haut ein Mal so leuchtend, dass die Welt perplex.

Beiss nicht ins Gras sondern in den Stengel daneben, rät die Wut der Schwermut, deutet auf wilden Hopfen zur Beruhigung und sammelt Kröten aus dem Weg, der ein Ziel sein möchte.

Drei Fenster zum Hof öffnest du und lässt den Atem von der Leine: Endlich Herbst, komm lass uns ernten!