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Neben dem Strom

Liebe, was du tust

Neben dem Strom fließt ein Meer, das keinen Namen trägt, aber das Wasser stolz bis zum Hals. Mindestens. Du sagst, schwimm!, und ich lasse mich sinken, vertraue auf Salz und die Kraft der Ozeane, die ganze Kontinente verschieben kann, wenn es denn regnet. Heute aber schneit es und der Tag, an dem wir den Mond mit Strandburgen besiedeln wollten, rückt ans andere Ufer. Kuschelkurs für Anfänger, strahlt die Sonne und lässt spontan eine Runde Sommertemperaturen von der Leine.

Der Arzt hatte Kaffee empfohlen, das Vanilleeis spendierst du dazu und dann ist auch schon Affogato galore und wir selig – gelöffelt nicht gesprochen! Hast du so gar keine Angst, fragst du zwischen zwei Tahiti-Wonneproppen und ich weiss, um den Boden, der mir abhanden gekommen, die Lügen, die schwer im Gepäck und das Floskelpaket, das abgeworfen werden will. Und doch lass ich mir so einfach die Vanille nicht von der Zungenspitze türmen: Ich nehme das Verwaschene und die Wolken, den Seiteneingang und den Sonnenbrand in Kauf, und auch das Zittern.

Gemäuer

Kleiderkreisel mit Nick Knatterton

Nick Knatterton | Ales | berlin

Manchmal macht sich ein Gedanke so breit, dass das Leben ausziehen muss. Der Alltag will dann um die Ecke gebracht werden und das Herz blüht auf Halde weiter. Der Plattenteller dreht den Milchreis durch den Entsafter und Morgen ist zwar erst Dienstag aber trotzdem schon Ende der Woche. Chips kommen mir nicht in die Tüte, ich setze auf Rote Bete mitohne Meerrettich. Und Burrata dreifach.

Der Junge, der mit mir ankam und sein Rad an die gleiche Laterne band, bevor er das Bistro betrat, verließ das Bistro zufällig auch zeitgleich wieder mit mir und empfahl mir beim synchronen Aufschließen des Rads jedesmal, wirklich jedesmal die Burrata zu nehmen. Begegnungen, die ich an Berlin liebe, wie den Comicladen, dessen Besitzer mir heute aus dem Nähkästchen 47 Jahren Superheldenfans und staunenden Koreanern erzählte.

Manchmal reicht das Klingelschild nicht für all die Namen, die dir das Leben gibt, dann muss es ein Fernsehturm sein. Manchmal will der Mut nicht, dann muss die Angst vortreten. Manchmal will das Herz weit und der Schritt reicht nur bis zur Nabelkante, dann müssen die Schwimmflügel raus. Wir sehen uns auf der andern Seite!