Gelage

eingemachtes in siebenmeilenstiefeln

zwischen zwei tagen ein wort geparkt, das zwar mit siebenmeilenstiefeln antanzt, aber dann regelmäßig reißaus nimmt, wenn es ans tageslicht geht. gehen sollte. wenn der abwasch droht und das schmausen ein ende. als ob das je, aber who knows, was du ins eisfach gelegt. erst wenn es taut, wenn aus der einen nacht drei werden und du mit dem verstand ringst und mir, als bekäm ich es bezahlt und nicht nur kalte füße.

nachts gehört die küche mir und das wort und ich drehen das radio leise lauter, bis das fettige licht über der spüle wenigstens mitschunkelt. gespült wird morgen, sind wir uns einig, und ich frage mich, ob nur ich mit worten intim werde, während meine zehen krümel für krümel den küchenboden nach kulinarischen highlights der letzten woche absuchen.

nachtisch? murmelst du erhobenen löffels und wiedeterwacht von der couch, die flasche im blick, die am schenkel getragen beinlänge betont. unächst nochmal von vorn! pariert mein blick und legt den sekt zurück auf eis, das wort auf die seite zwischen titelseite und löschpapier und dich auf den rücken: du fängst an! …und ich höre nicht auf bis der letzte flieger die stadt verlassen, raunst du meine kniekehle kraulend zwischen hüftbein unf rippchen.

Gegenwart

Häuptling Triebfeder

Trotz, der du in kaum einer Sprache
als Substantiv auftreten darfst, mir bist du
Ritter, Raubvogel, Rabenvater, du wüstes Wesen.
Deiner Zärtlichkeit macht mein Wortschwall keine Beine
nichteinmal nasse Füße,
Häuptling Triebfeder, du, schweigen machendes Herz!

Wenn ich in die Knie gehen möchte,
stehst du stampfend noch am Fluß
verlassener Argumente.
Wenn ich schreien möchte,
tanzt du, eins mit dem Sturm der
zwei Augen auf dich und eins auf mich geworfen hat
Wenn ich nachgeben möchte,
singst du aus voller Kehle zwei Oktaven zu hoch Lieder,
die dein Herz dir in die Blutbahn spült:
Pulsschlag für Pulsschlag
Basssoli nur schemenhaft imitierend

Ich möchte dir
Muse sein und Weib, Kraft
deines Amtes dir zu Füßen liegen
Keinen Altar dir bauen
Kein Testament dir schreiben
Keinen Schwur dir halten

Dich nicht lieben, aber leben
mit beiden Seelen mindestens
und der Schönheit
nicht des Augenblicks sondern der Gegenwart,
Schwert sein und Wünschelrute,
gegen Zukunft und Vergangenheit
gegen jede Form von Anstand
gegen Wahnwitz und Hohn
meine Stimme erhebend
und das Kinn.