Allgemein

Verführungen des Kapitelbändchens

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Lass mir den Boden fern, das Salz nah und die Meeresoberfläche ein Lätzchen am Horizont. Das Wasser trägt auch den Sturm, die Zeit, am Fragenkatalog scwer und den Himmel im Schoß. Ich eile in Scharen, die Fassade links liegen lassend, eine Umarmung im Ärmel. Du wartest auf Seite sieben, da kann nicht noch den Verführungen des Kapitelbändchens folgen.

Bier gibt es reichlich und Männer an Theken und dich in der Ecke, das Haar wild, die Brille auf unscharf, nur nicht zu schnieke war die Parole und ddoe Sejtkarte bestätigt uns. Mein erster Wurf nich aus der Tür landet links neben dir und ja, ich möchte dass du da sitzen bleibst.

Die Bank im Rücken erzählt mir dein Körper die Geschichten deiner Nächte während due die Tage dazwischen aufzählst und ich deine Hand halte. Als das Bier aus, meine Hand fündig und der Sekt schal, trägt das Fenster Kondensstreifen und ich eine Schicht weniger. Der Aufbruch ist einer von Freunden für eine Nacht, die drei Straßen weiter eine Tür öffnet, die bis zum Zapfenstreich nicht mehr zu schließen war.

Lass mir das Meer ein, servier den Kaffee an Bord!

Gedanken

Von zweien, die auszogen, zu werden

Windowporn | © Anne Seubert

Der Herbst ist nicht ohne Grund ein grosser Fan der 80iger. Was auch erklärt, warum sich der Herbst und Berlin so gut verstehen. Der Herbst knallt raus, was er an Farben hat, um uns daran zu erinnern, dass wir Parks haben und Alleen. Berlin feiert eine Art Junggesellinnenabschied vor dem Wintereinbruch: Sich lächerlich zu machen ist für keinen der beiden eine Option.

Die Bäume tragen ihr Blätterkleid knapp übers Knie und strikt auf Figur, das Haupthaar gerne auch mal posh aus dem Antlitz gekämmt, das goldene Feierabendlicht zu Insta-Selfies nutzend, stets die Schokoladenseite im Profil. Berlin lackiert sich die Bordsteinkanten giftig gelb, lässt den Strumpf aus der Kniekehle rutschen, zieht auch mal die Nase hoch. Punk als Attitüde? Hauptsache

Und doch haben beide auch ihre melancholischen Momente, geben nur so viel preis, wie das Klischee verlangt, hadern mit dem was kommt mindestens mit dem was war: Ein Winter kann nur so viel wettmachen, wie der Herbst verspielt. Ds Erbe des Sommers wirkt erst in Gold, weiss der Oktober, Berlin wäre ohne seine Geschichte eine von vielen, niemals Babylon, ohne seine stets gegenwärtige Zukunft, eine Bühne ohne Spiel. Jetzt aber aber husch!