Gesuche

K. und die Knieästhetik

K. besucht. Zum ersten aber wohl nicht zum letzten Mal. Einen Bundespolizisten als Anstandswauwau oder das Gegenteil dessen dabei gehabt. Sonst nicht viel. Eine Zahnbürste. Ein Buch. Wäsche. Ein Wochenende im Intercity könnte man sagen, teils auf Schienen, teils im Hotel, viel Gequatsche und kaum was dahinter. Vorstandvorsitzende bleiben Vorstandsvorsitzende, egal von welchem Verein. Nachmittags ließ sich der Frust auch mit Eiskugeln nicht mehr besänftigen. Da blieb nur noch Flirten was das Zeug hielt. Das war nicht viel, aber ein oder zwei Lächeln durften dran glauben.

Später dann das eigentlich vorgesehene Konzert gegen zwei Stunden Einsamkeit getauscht und den neuen Rock eingeweiht. Lohnt sich auch zum Flaschenwegbringen. Das Pfandgeld reichte für Pizzazutaten, diese um mich satt zu kriegen, meine Kraft um den Teig zu kneten. Und schon war der Abend wenn schon nicht gerettet, so doch ich mit ihm versöhnt. Drei Stunden älter glitt der erste Gedanke zurück nach K. und mein ganzer Körper wurde gänsehautig beim bloßen Gedanken an einzelne Mitbürger, die mit mir die Straßenbahn geteilt hatten. Ekel nennt man das wohl und wie war ich froh, trotz der gefühlten 30 Grad nachmittags noch Jeans und keinen Rock getragen zu haben.

Am Abend schließlich ganz pathetisch das Wir vermisst. Ganz abstrakt. Konkret ein du mir gewünscht und K. verflucht ob all der Sonnenstunden, die für dieses mickrige „Sehr geehrte Trallalala…“ draufgegangen sind. Samstägliche Sonnenstunden! Zum Trotz die unangetastet gebliebenen Nachtstunden mit Wortspielereien verbracht und Gedanken an, über und um die Knieästhetik an sich. Kann es Schöneres geben?