Wilhelm Hallen, Wilhelmsruh (2021)

WILHELM HALLEN 2021 | © Anne Seubert

Eine unscheinbare Adresse: Kopenhagener Strasse 60-68. Man ist versucht nahe der Schönhauser Allee im Prenzlauerberg zu zu suchen. Weit gefehlt. Die WILHELM HALLEN findet man in Steinwurfweite des S-Bahnhofes Wilhelmsruh. Wir verdanken sie dem Pankower Maurermeister Christian Friedrich Malingriaux Zwischen 1898 und 1918 fertigte er den Entwurf, die ab 1902 vom Architekten Hermann Streubel umgesetzt wurden.

Schweres Geschütz wurde hier aufgefahren, heiß gekocht, das sieht man den Steinen an, das riecht man, das erzählen die Eisernen träger, die Signalfarben, die Rußspuren bis unters Dach. Am Eingang ist man kurz irritiert, wartet noch ein Pförtnerhäuschen mit dem Charme der Fünfziger Jahre auf, jetzt Gesicht zu Strasse und Merchandise-Shop. Das kam später hinzu, und schlief mit den anderen großzügigen Gebäuden seit der Schließung der Eisengießerei, die hier beheimatet war, einen Dorfröschenschlaf.

WILHELM HALLEN 2021 | © Anne Seubert

Seit kurzem werden die Werkhallen nun mehr oder weniger vorsichtig geweckt, hier eine Künstler-Atelier, mal eine Veranstaltung, und ein, zwei Bagger in knackigem Gelb.