Gedanken

Land am Morgen

Quadriga | Anne Seubert

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

Über das Wasser gehen können, möchte ich von ihr lernen, und dieses leise Strahlen, das durch geschlossene Augen wachküssen und Träume beenden kann.

Unausgesprochene Wärme spürbar werden und ein Lächeln und Blühen auslösen, deine Haut mit diesem bronzenen Schimmer versehen und weisse Wäsche bleichen, von Photosynthese gar nicht gesprochen, natürlich auch.

Ich möchte, dass sie mir das Schattenwerfen beibringt, das Lichten, und den von ihr nonchalant immer wieder zum Einsatz gebrachten mal mehr mal weniger dramatisch in Szene gesetzten Auf- und Untergang.

Ich möchte mir ihre Ruhe abschauen dürfen, ihre Standfestigkeit und die Großzügigkeit, mit der sie ihre Strahlen auf die Reise in unbekannte Fernen und Weiten schickt und das unsichtbar schnell. Ich möchte mich mit ihr auf ein Frühstück am Wasser verabreden, ich würde sie an meinem Land empfangen, wohin sie sich auf sanften Wellen hätte tragen lassen.

Guten Morgen, Du Schöne!

Gedanken

Wege, wenn sie losgelassen

Doors Open | Anne Seubert

Wege, wenn sie losgelassen,
Tür und Tor zu öffnen,
übers Wasser uns gehen zu machen und
raus aufs offene Meer,
unsere Sehnsucht sich schmiegen zu lassen
auch und gerade wenn keiner sie sieht.

Stehenbleiben ist, daran möchte ich explizit festhalten, immer und stets auch eine valide Option. Innehalten, behutsam den Sinnen eine Einkehr ermöglichen, einzeln oder jeder für sich. Der Wunde die Hand hinhalten, immer und immer wieder, und der Betroffenheit ein offenes Ohr anbieten.

Es bleibt eine Möglichkeit, die sich ablehnen lässt, eine Wahrheit, die Wellen schlägt, egal wie behutsam wir sie auspacken, ein Schmerz, der eindringt und die Welt zur Nebensache deklariert, zur Komparsin, zur Bühne eines Stücks, in dem wir alle nicht mitspielen sondern mitarbeiten. Vollzeit.