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Schatten, Licht und Sterne

Schwarzlicht |  c Anne Seubert

Unter dem Schatten trägst du das Licht, das der Stern übrig ließ als er sang- und klanglos versank. Unter dem Lid trägst du die Spreu vom Weizen, bei jedem Blinzeln den Hauch einer Ähre preisgebend. Unter dem Rock aber trägst du die Scham, wie einen blinden Passagier, der nicht aufs Klo darf.

An der Wand lächelt die Zuversicht spröde zwischen Raufaser und Fensterrahmen ein Stück Mauer bloßlegend. An der Tür erst fragst du nach meinem Namen und klingelst dann doch nicht. An der Schenkelinnenseite entlang führst du deine Träume über Bande und brichst dann doch nichts übers Knie.

Im Kreis drehst du dich auf die Seite und findest den Uhrzeigersinn neben dir schlafend. Im Grunde schläfst du besser im Dunkeln aber das Licht hält die Träume wach. Im Traum sprichst du die Sprache der Sterne und hälst den Schatten in Schach.

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Der Fisch am Ende der Strasse

Nonnenmattweiher, Schwarzwald | © Anne Seubert

Straßen können einen nur an bekannte Plätze bringen, Worte weit darüber hinaus, sagst du, und schließt die Augen, Blicke aber können töten und deine Augen, die erwecken die Toten wieder zum Leben. Diese Augen, die eben noch zärtlichste Zeugen meines linken Schulterblattes, wie es sich unter der Sonne rötete. Rötete und damit alle Haut in Wallung brachte, in Hab-Acht-Stellung, unter Strom.

Strom, der fließt, wenn alle Wolken trächtig dümpeln, wenn alle Himmel heilig, wenn alles Worte ad acta, dann fließt, was da barfuß dich zum Schauern bringt, egal was der Regenradar kündet. Kündet und kaut, wieder und wieder berechnet, was da Wolke, was Sturm und was ein Landunter, das dich Schutz suchen lässt. Schutz, der einzig dir geboten, da wo du nackt dich stellst, die Augen geschlossen.

Schluss ist immer am Ende der Strasse, da wo das Haus am See steht und der Fluchtpunkt Schmiere für eine Perspektive über alle Wendekreise hinaus auf den See, den du siehst, auch mit geschlossenen Augen. Dann erst recht, wirfst du ein, zu Recht und das Ruder bereits über der Schulter, das Boot am Haken und den Fisch in der Pfanne. Heute ist Freitag!