Gelüste

schatten komma licht

Kleine Fluchten für die Sinne | © Anne Seubert

mich auf deine lippen setzen
im winkelschatten geborgen
einhalt gebietend jedem
noch so treffenden wort

mich stumm in deine arme legen, die,
ganz gastfreunde alter schule, von dir
stets geöffnet getragen, still gefeiert:
bloße wonne mein in beben kommunizierender leib

mich unter deine haut stehlen, mit zitternden knien
da wo du die poren einen spalt offen gelassen hattest,
im gegenlicht schatten als zeichen offenbarend, die
lächelnd zu deinem geheimen garten führen

mich tragen lassen von diesem lächeln
unter deinem blick hervor in einen traum,
der seine nacht nur mit geschlossenen augen
zum tag macht, sonnenuntergang an deinem meer inklusive.

Gelüste

da wo andere liebe machen

Eingang zur Liebe, Görlitz | © Anne Seubert

 

du lachst wenn ich liebe und
wenn ich liebe, knickst du ein.
knickst und kniest zwischen meinen schenkeln
räts nummernschlösser und verweist auf windschiefe apfelbäume
jenseits der comfort zone, jenseits von sonne und gischt.

da wo andere liebe machen seufzt du von tausend und einer nacht,
die den tag noch zwischen den zähnen,
das abendrot bereits rückenfrei zwischen nackten schultern trägt,
die dir halt, obdach und komplizen zugleich.

zum schein zeigst du zähne, den rauch schlürfst du auf ex
und als mein zittern nachlässt servierst du den schall auf eis, echo in endlosschleife
– klappern ist handwerk –
und deine castagnetten massgeschneidert für meinen schritt.