Gelüste

cigarettes ohne alkohol

Über den Wolken | © Anne Seubert

im schatten der morgensonne trägt der alltag vokuhila und walkman und wünscht sich jane fondas kondition auf die hüften. erstmal kaffee, dann wollen wir doch mal sehen – und hören und schmecken und riechen und schliesslich auf einem bein tanzen. engtanz, zeitungspapier, erinnerst du dich, immer wenn die musik aussetzte wurde halbiert.

moitié-moitié auch das käsefondue, das brot und die zeit, die du mir anbietest: eine hälfte wach, eine geträumt und dazwischen gehen wir schwimmen! das wasser hat abstand genommen von dem, der sich strand nennt und mit vornamen gerufen werden will, sollte er je auf dem roten teppich landen bevor er aufwacht. ich halte still und die tür auf, es könnte ja jemand geklingelt haben.

der wecker jedoch weilt  im ruhestand, die unterwäsche auf achse, und die zahnseide am abgrund, du aber stehst, die wimpern getuscht. frischgeduscht geht das erste lächeln aufs haus, die erste träne aber kostet ein vermögen und die schweigende mehrheit das leben hinter dem applaus, da wo die hände stoffe falten, die das leben webt: wildleder und wolle, feder und korn, moos und bindfäden, die der regen dir schnürt.

Gelüste

Wir sehen uns wieder

Balcony into the Woods | © Anne Seubert

Wir stellen uns vor

Einen Landsitz jenseits der Städte, mit heimlichen Lichtungen und einem Gartentor zum Wald der ungefragten Fragen.

Einen Landsitz mit dem Strand der nackten Füße im Rücken und dem Sonnenuntergang an lauwarmem Gräserduft serviert.

Einen Landsitz unter einem Emil-Nolde-Himmel, mit moosigen Steppen und einem schüchternen Horizont.

Einen Landsitz mit Säulengängen auch umgeben, Säulen wie Schenkel, zwischen denen das Land lockt, und schwelgt und dich in die Arme nimmt, wannimmer du den Blick schweifen lässt.

Wir fragen uns

In welchem Regal in der Bibliothek würdest du dein Bett aufstellen?
Welchem Meer würdest du gerne auf den Grund gehen?
Welche Hoffnung lässt du niemals fahren?
Wen meinst du wenn du “wir” sagst?
Wovon nimmst du den Mund hin und wieder zu voll?
Welcher Geruch macht dir weiche Knie?
Welche Idee liegt bei dir auf Eis?
Wir erlauben uns
Poetisch zu denken & zu handeln.
Unvollkommenheit & Narben.
Unsicherheit & Mut.
Zweite Hilfe & Dritte Männer.
Schwarzen Tee mit drei Stück Zucker.

Wir sehen uns wieder.