Leise Vergnügungen

Leise Vergnügungen XXI | Wien Edition

Palais Lichtenstein | Wien 2022 | © Anne Seubert

# Den Tag auf dem Markt beginnen und dem Schwärmen Raum geben.
# Die Mélange dem Cappuccino vorziehen und dabei jeglicher Bitternis Adieu sagen.
# Sich in die Donau-Arme schmiegen und die Gedanken ostwärts treiben und bis nach Bratislava (und zurück) träumen lassen.
# Dem Licht vertrauen und sich den Schatten ausweichend durch Gassen und Gräben treiben lassen.
# Den Ring um den Finger wickeln und die Bim klingeln lassen.
# Sich für ein Wochenende ins Grüne legen und die Stadt aus dem Augenwinkel genießen.
# Nicht einschüchtern lassen, sondern Würstelstand für Würstelstand der Buckligen trotzen.
# Soda-Zitron in voller Größe.
# Eis ungeniert Schelato nennen und im Stanitzel genießen.
# Im Kaffeehaus den Ober zum lächeln bringen.
# Im Museumsviertel versacken, das Glas um ein Achtel bereichern und halbe/halbe machen.:
# Ein Wien stehen lassen und eins heimlich in die Hosentasche gleiten lassen.

Weitere leise Vergnügungen.

Leise Vergnügungen

Leise Vergnügungen XX | Havel Edition

Morning Glory | Anne Seubert

# Deiner Stimme einen Atemzug Vorsprung anbieten.
# Der Sonne Frühstück ans Bett bringen, Havelmorgen inklusive.
# Dem Laken alle Falten verzeihen. Und alle Krümel.
# Deinem Lachen die Bahncard 100 vermachen und meine Telefonnummer.
# Kopfüber ins Wochenende starten, und dann den Kopf ganz schnell ausschalten.
# Die ZEIT mit Karte bezahlen.
# Jede Seite von dir dreimal lesen und dann doch ein Eselsohr machen.
# Meinen Duft hinter deinem Ohrläppchen verstecken, wohlwissend über kurz oder lang räuspert er sich.
# Den Kaffee auf den Nachmittag vertrösten, dann aber mit frischem Brot und nackter Butter.
# Das Salz auf der Zungenspitze balancieren.
# Dem Morgen einen Late Checkout möglich machen und auf einen Never to Late-Drink an der Bar einladen.
# Der Havel schöne Augen machen und das ist erst der Anfang.

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