Leise Vergnügungen

Leise Vergnügungen XIII | Edition C

Zufall | Anne Seubert

# Dem Leben auf die Schliche kommen.
# Vorfreude zelebrieren.
# Früh zu Bett gehen. Lange schlafen.
# Den Radius enger schnallen.
# Den Bücherstapel abtragen.
# An dich denken. In aller Ausführlichkeit.
# Briefe schreiben.
# Fristen außer Kraft setzen.
# Innere Stille sähen.
# Drei Kilo zunehmen ohne dass es jemand merkt.
# Das Licht das durch die Fenster fällt, wilkommen heißen wie einen alten, lang vermissten Freund.
# Den Morgen wachküssen, ist ja sonst keiner da.
# Auf Spritztour gehen und der Stadt die Stange halten.
# Dem Zufall den Hof machen, Augenblick für Augenblick.
# Schokotörtchen züchten
# Blinzeln.

Leise Vergnügungen

Leise Vergnügungen XII (Januar Edition)

Waldesruh | © Anne Seubert

# Die knarzenden Holzdielen mit nackten Füßen liebkosen, schon beim ersten Schritt in den Tag.
# Dem Duft des Kaffees in die Morgenstunden folgen, noch mit geschlossenen Augen.
# Das erste Licht des Tages auf Haut und Knochen willkommen heißen, gleichermaßen über Tischplatten streichelnd.
# Die Stille einatmen, Bauchatmung, you know.
# Tasten üben, mindestens drei Stunden am Tag, am liebsten auf Haut.
# Wärme in bauchige Flaschen füllen, die dich durch den Tag nähren.
# Suppen löffeln, in allen Schattierungen, und das Salz auf den Lippen spüren und hinten am Gaumen.
# Bitterkeit träufeln.
# Unter der Decke ein Paradies entdecken, das so nah wie fern, so offen wie schüchtern.
# Dem Nebel den Weg ins Gedächtnis zeigen und auf ein Blinddate mit der Stille einladen in dir.
# Zeit lassen und Traurigkeit, dem Raureif beim Reifen zuhören und der Erde beim Frieren.
# Mit der Dunkelheit kuscheln, unsichtbare Zärtlichkeiten austauschen, flirten sobald die Dämmerung einsetzt.