Gegenwart

Trauer dich, Baby!

Wenn die Einsamkeit sich ein Nickerchen gönnt, die Wut lieber laufen geht und die Angst untervermietet, ist plötzlich Raum für Streicheleinheiten scharenweise, bis der Himmel sich nachhaltig verdunkelt und die Scheinriesen ihrer Schatten verlustig gehen. Salz ist das neue Schwarz.


Die Welt holt nochmal Luft, lässt die letzten drei Kandidaten vortanzen und vergibt die Horizonterweiterung dann doch an die interne Doppelspitze. Verkündet wird crossmedial, die Augen machen den Auftakt und sorgen für die blickdichte Verlautbarung, die Wimpern paarweise gebürstet, ein Kompass für die, die sich Zukunft nennt und Gegenwart heisst.


Weiterbildung sei Trumpf, steht auf dem Buffet, das noch nicht eröffnet, digitale Talente kein Ersatz, auf der Klinke. Auf der Stelle tritt der zu, der selber weint. Edle Tropfen die Tränen, die sich auf die Strasse trauen, 3.8 % wird gefordert, 1,5% ist Pflicht, damit die Milch sauer wird. Bon Appetit, Tristesse!

Gegenwart

Einstweilen

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Einstweilen den Daumenfingernagel streicheln.

Einstweilen dem Schweigen ein Bett bauen, mit Plumeau und Himmel, mit Bettkasten und ohne Wecker.

Einstweilen der Sprache auf den Leim geben, Siegellack nachgießen und Finger für Finger in Lettern pressen, denen die Serife abhanden.

Einstweilen Jahrhunderte verpacken, in Hunderter, Zehner, Zwanziger und ein paar Zerquetschte.

Einstweilen Falten verwöhnen, Massagen anberaumen und Photoshootings, liebevoller als jede Wimpernallee.

Einstweilen Gedichte ausmalen.

Einstweilen Wunden füttern, Umami voran, Salz nur in Nebensätzen.

Einstweilen dem Wetter berichten, von heute gestern und morgen, Wahrscheinlichkeiten nicht nur vortäuschen sondern mit dem Briefmarkenalbum vertonen.

Einstweilen Texte auf Lücke schreiben.

Einstweilen Wohl finden und Weile ad absurdum führen. Im Einst leben und das Morgen schmoren lassen. Sieben auf einmal öffnen und dem Pfau die Tür.