Gerede

SAID

Zuweilen bin ich.
Zuweilen bin ich niemand.
Zuweilen bin ich ein Kontinent.

Ein Kontinent, der deinen Namen trennt in Vor- und Nachspeise. Deinen Namen, Tor mir zu deinem Körper, den du allein beherrschst. Beherrscht darf ich an deinen Lippen lecken, die du zuweilen unbewacht lässt. Unbedachterweise oder absichtlich liegt dabei im Auge des Betrachters, Wankelmut, ich hör dir blinzeln.

Zuweilen bin ich.
Zuweilen bin ich Tor dir. Und Tür.
Zuweilen bin ich sperrangelweit offen.

Offen das Hemd auch, das du über den nassen Hüften trägst. Vorort dein Leib mir zu deinen Geschichten, durch den ich mich frage. Falte für Falte hinabsteige auf der Suche nach dem ersten Satzanfang, der verrutschten Präposition, dem subversiven Zeichen, das mir den nächsten Absatz hinabhilft. Nach Worten, die mir Räuberleiter an deinen Abhängen, Stoßdämpfer in deinen Knochen, Wünschelruten an deinen lautlosen Gebeten. Lass mir den Punkt, ich nehm‘ dich auch in Klammern.

Gerede

Quer war gestern

quer war gestern: diagonaleinsteiger

Worte dir auf den Leib schreiben, die du nie über die Lippen brächtest. Mattschwarz geplottet. Manifest.
Zwischendurch die Schriftart wechseln, die Tinte, den Mut. Nie aber die Zeile, die Tonart oder den Gedanken dahinter.
Ratenzahlung vereinbaren; Dein Ich in Zeilen setzen, und die Poren gegen den Strich bürsten, diagonal gescheitelt.

Dazwischen ein Uns skizzieren, strumpflose Serife und Atembörse zugleich für die Stunden jenseits des letzten Absatzes, da wo der Prof die Fußnote erwartet, auf Zehenspitzen, den Schlüssel im Knopfloch am Strumpfband befestigt. Alles kein Grund, gerade zu stehen, sagt sich deine Wirbelsäule und liefert mir, dein linkes Schulterblatt entblößend eine neue Seite, neuen Grund.

Grund für Punkte jenseits der Nackenlinie, Lettern gar, die Striche in dein Trapez zirkeln: Farbe gewinnend mit jedem Pinselstrich, der deine Poren schließt, noch ehe du die Lippen öffnen könntest. Wage den Einstieg, sei Angst mir und Freude zugleich, Floskel und Schachtelsatz, fordere Druckbuchstaben. Leitsysteme. Typenweiterentwicklung.

Hauptsache, du liest. Liegst. Quer. Mir im Magen. Zwischen den Fingern. Auf der Tasche. Im Weg. Jenseits von Wenn und Aber, dem Futur zwei den Weg weisend, an deinen Hüften vorbei über Los mitohne Klammer. Wir sehen uns unter Wasser, wo die Wellen den Buchstaben das Tanzen beibringen, zumindest aus meiner Sicht, die rein gar nichts fürchtet denn nackte Haut.