Gelage

Zeit wär’s

Zeit wärs | © Anne Seubert

Zunehmend lichter
die Worte hintangestellt für eine Atempause
für eine Runde zwischen Schatten
für ein Bild ohne und mit und
und mehr
ich würde lügen würde ich
ganz Licht

Schatten bergend
in der hohlen Hand spielst du
den Ball zurück ins Spiel und die Sonne
über Los: einen Tag in Grund und Boden
das Schwert in beiden Händen
stundend

Minuten, die zu Licht geworden,
da du sie in den Mund genommen hast,
nicht jetzt, nicht gleich, nachmittags,
sagst du, wären vielleicht zwei frei
geschwommen wo der See die Biege macht,
zum Fluß sich krümmt, in den dein Zeh passt
wie gerufen,

Zeit wär’s!

Gelage

Flügelbraue

Und dann gibt es diese 17-Tage-Wochen, in denen sich die Nächte gegen Ende Träume tauschen und der Wecker Inventur anmeldet: So langsam seien alle Zeiten aus, alle Alarme gestellt. Du weisst längst nicht mehr alles geschweige denn warum, die Türen öffneten sich so schnell, dass das Lächeln mitunter für zwei reichen musste und dann war es eben die Blumenverkäuferin, die das Trinkgeld und die guten Wünsche und den Keks abbekommt.

Und dann gibt es diesen Moment, in dem du auf den nächsten Absatz sinkst, gepolstert oder nicht, und zu fließen beginnst. Die Anspannung reicht bis auf Gründe, die du dir nichtmal ausdenken könntest, und als die Schultern die Ohren langsam wieder frei geben, wirst du gewahr, wer alles zur Seite stand und dich trug. Wer für dich sang.

Und zwischen Erschöpfung und Halleluja macht sich eine Unschuld breit, legt den Sturm kurzerhand aufs Kreuz und sich behutsamst ihre Flügelchen wieder an, als ob nichts gewesen wäre, und schließt dir die Augen. So viel Strömung war schon lange nicht mehr, so viel Land, so viele Schnellen. Ich halte die Wimpern still, die Brauenflügel dicht am Körper und atme nach innen: Aus. Ein. Auf.