Gemäuer

Inception auf Eis

den blick schweifen lassen, stadteinwärts zunächst, in die gassen zwischen zu früh und zu spät, und über den fluss hinweg. platz machen für ein bald und mich schonmal in deinen blick schmiegen. deinen armen näher kommen. deiner wut den atem abschneiden, mich breit machen in dir soweit der wodka reicht und deiner anwesenheit flügel bereiten.

das hirn auf achse schicken, ruhig übers wochenende, die beine untereinanderschlagen, das lächeln absetzen und dich in schutz nehmen wollen vor der welt und meiner weltenlosigkeit gleichermaßen. soviel nähe wie möglich abtrotzend einen großen schluck mit aufs zimmer nehmen. ausatmen und der welt ein angebot unterbreiten das sie nicht ablehnen kann: von dir will ich, was du in die ecke gestellt hast.

hold on, noch eine dekade abwärts, einen blick tiefer, eine runde auf eis: mit dir möchte mein mut abends öfter siebzehn gerade sein lassen, möchte meine ungeduld scrabble spielen, mein herz um die ecke denken. mit dir möchte ich mich in den schatten stellen, deine bloßen hände auf meinen hüften zur ruhe kommen spüren, den tag noch zwischen den fingern. geh mir ein stück weit aus dem weg, ein stück zu weit und zwei unter die Haut!

Gemäuer

Rot Ecke Torstraße

Ich mag das ja, wenn und wie du mit mir flirtest, Berlin. Um die Ecke, unter der Hutkrempe, mit Eis in der Hand. Dir steht Gerüst wie mir Brille einst, Europalette sowieso und Rot! Wer könnte rot besser tragen als du.

Dass du mir selten in die Augen schaust, tant pis. Umso mehr genieße ich deinen Blick zwischen Straßenkante und Markise, den du um Laternen wickelst, als gäbs Laternen noch auf Gas.
Du trägst den Backstein nackt auf offener Straße, und wenn er bröckelt, dann bröckelt er, der Putz. Pathos? Bitte noch einen Löffel mindestens, dann schieb ich dich ’ne Runde durch den Sommerabend und ja, du darfst den Drink auch to go, und das Handy auf den Tisch legen.

Stösschen, unisex und auf ex, my dear, schön wieder durch deine Straßen streifen zu dürfen, deinen Puls im Schritttempo zur Brust nehmend, Atmen, tief und fest, und das Raumgreifen für einen Moment ad acta. Sommerabend auf Pflasterstein, Rockzipfel auf Mückenstich, Schulterblick an Torstraßenschönheit.