Gegenwart

auch wenn es draussen kalt

Öfter mal weit rausdenken, über das Rauschen hinweg in Gedanken, die noch nicht in Fakten und Fakes geteilt, die noch nicht auf Scheitel frisiert, die noch gänzlich outofbed looking nicht zwischen Fühlen und Wissen unterscheiden.

Öfter mal weit rausfühlen, in einen Menschen hinein und zwischen seine Ohren, tief in die Magengrube und hinter das Herz, das er auf der Zunge trägt.

Öfter mal weit rausgehen, aus der eigenen Welt in eine unbekannte, wo der Weg einer ist, der noch schlüpfen darf, wo die Türen Schleier tragen und die Ufergrundstücke unbebaut.

Öfter mal laut rauslachen, lächeln zumindest, auch wenn das gerade nicht auf der Agenda steht und das Gegenüber andere Erwartungen an dein Gesicht mitgebracht hat. Öfter mal das Fenster öffnen, auch wenn es draussen kalt.

Gedanken

Verse & Flattersatz

Auf dem Rücken liegst du mir wie ein nicht zu Ende gepilgerter Kreuzgang, quer, und am liebsten meine Wirbel wie einen Rosenkranz beharrlich auf und ab betend, die Rollwende deiner Fingerspitzen unter meinem Haaransatz von Runde zu Runde perfektionierend, bis der Schauer, den sie in mir auslöst ein Wellenbad auszurichten im Stande, das dich bis zum Muttermal unter meinem Schulterblatt surfen lässt, ohne zu schummeln.

Im Quartett spielst du uns mit deinem poetischen Hubraum jedesmal, aber auch wirklich jedes einzelne Mal an die Wand, die unsern Rücken das Asyl stoisch verweigert, sondern uns samt Spiegelbild zurückwirft auf den Tisch, wo sich weder das Spiel noch dein Blick wenden, sondern im Gegenteil unseren Flattersatz an der Versschranke ein ums andere Mal genüsslich zerschellen lassen. Im nächsten Absatz vielleicht, Baby!

Ins Gebet nimmst du mich vermutlich nicht aber unter die Haut hast du mich gehen lassen, in diesem scheinbar unbeobachteten Moment, in dem die Luft so sehr vibrierte, das aller Atem sang und sein Rhythmus ein Netz wob, auf dem sich Wasser und Worte, Welten und Walpurgisnächte, Wagemutige und Weicheier so unvermutet wie unvermummt gegenüberstanden, dass das gegenseitige Willkommen auf einen Vers oder zwei nicht nur eine Frage der Ehre sondern des Überlebens wurde.