Gedanken

Einmal mit ohne Absatz

Einmal noch aufstehen (heissa, dann aber!)
Einmal noch hinstehen (auf einem Bein sogar)
Einmal noch überstehen ( auch, wenn alle dagegen)
Einmal noch

Einmal dann doch ausbrechen (halleluja!)
Einmal dann erst recht unterbrechen (mit vollem Recht)
Einmal dann endlich aufbrechen (aber wohin bloß?)
Einmal Hals- und Beinbruch ( bloß auf dem Papier, zum Glück!)

Einmal zu viel (stellt sich heraus)
Einmal auf Ex (oder auf die Ex?)
Einmal einfach so (mit Ausrufezeichen!)
Einmal mit Ansage, (schließlich, who am I)
und

Einmal ohne
ohne Punkt und Komma
ohne Gewähr, und
ohne 3 Zentimeter Absatz sowieso
dafür mit Dir!

Geliebte

Wim Wenders: Und sonst muss ich nix tun?


Im Zug
zwischen Paris und Texas
schreibt einer
schreibt Schätze
aus nicht gedrehten Filmen
denkt Szenen
in Worten zu Enden und Anfängen
die sich finden wo der Zug das Weite sucht

Im Blick
zwischen dem was nah sein darf
und dem was fern sein möchte
liebt einer das Wesen
das wahr wird und unergründlich bleibt
wenn die Liebe den Blick nicht nur führt
sondern nährt
Fluchtpunktlandungen im Flattersatz inklusive

Im Quadrat
zwischen wir hatten ja nichts und
wir haben nie genug
ragt einer aus der Zeit hinaus
atmet in die Stille
zwischen den Bildern
den Soundtrack eines Romantikers
aus Überzeugung
jenseits jeden Takts aber immer im Rhythmus
des filmischen Adventskalenders:
1/24


Mit Dank an das Haus der Berliner Festspiele.
Aktuell: Ausstellung in der Bundeskunsthalle, Bonn: W.I.M. Die Kunst des Sehens (1. August 2025 bis 11. Januar 2026)
Wim Wenders: Wesentliches, Herausgeberin Annette Reschke, 2025, Verlag der Autoren