Gedanken

Wer begräbt meine Hoffnung?

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Wo stellt das Dunkel sein Licht unter den Scheffel?
Wer nimmt den Farben ihre Kraft?
Wann sucht die Ruhe das Weite?
Wen nimmt der Schatten in den Fokus?

Wo darf das Leichte schwer werden?
Wann wagt sich einer, nicht nur zu- sondern auch aufzugeben?
Wo wagt die Stille ihren ersten Schrei?
Wen hat die Wand im Rücken?

Wann wird das Grün erwachsen?
Welche Form findet die Funktion schön?
Wie rund kann man mit Ecken & Kanten werden?
Wann fällt auf, dass nichts fehlt?

Wer wirft den ersten Stein?
Was steht drauf, wenn er auf dem Grab meiner Hoffnung zu liegen kommt?
Wann mögen die Spiele beginnen?

Wo schließt sich der Kreis?

Gedanken

Poesie – Flirtversuch mit einem schüchternen Universum

San Gimignano Lichtenberg | © Anne Seubert

Poesie –
das Innerste in Sprache gekleidet
schlafwandelnd Wort für Wort auf den Punkt gebracht,
rührt das Äussere in aller Fremdheit –
Flirtversuche mit einem leisen Universum

Das Einsame für wahr genommen –
Randschaft einer Welt, die bereist werden möchte,
der Schlüssel im Schloss dieser Tür, die Membran –
werden Wortlaute in Melodien überführt, die hörbar
und in Einklang bringen, was zuvor auf fernen Sternen verteilt.

Ins Schwingen gebracht
entdecken sich innere Ausflugsziele,
längst abgestorben geglaubte Organe renaturieren sich,
bei der Hand genommen und auf Zeile gebracht:
Flirtversuche mit einem leisen Universum?

In aller Bescheidenheit:
die Welt ist so viel mehr als ein einziger wahrnehmen könnte
egal wie überwältigend in Szene gesetzt und auf welcher Bühne.