Gegenwart

Betonung auf Abspann

In der letzten Reihe: ich, in dein Wortvermögen tauchend, deine Silhouette abtastend, Zungenspitze voran Schätze hebend, die du an die Wand geworfen hattest, den parkinson-geschüttelten Zeiger der rastlosen Wanduhr gänzlich um die Contenance bringend. Vor Mittags hieß es, den Platz zu räumen, das Du gewordene in die Sonne zu stellen, auszubleichen, bis nichts als Punkt, Punkt, Komma, Strich und ein paar Noten.

Appetit auch, den du um Vorbeigehen streichelst, wie einen altgedienten Hund, fast grollt er ebenso, nennt es Vorfreude, serviert auf Teller to be shared und dazu das Brot, das erst in Öl getunkt nährt. Blickfransen, die du klimpern lässt, weil du weisst, was mich frieren macht und da wird Schnee erst an dritter Stelle geführt, vor November sowieso nur ungern gesehen, weil Sonnenstrahl plus Haut plus Zeit zum Schmiegen und Schreiben verspricht: Wonne satt und Weite auf den Punkt bringt, der das Lächeln anknipst.

Lass dich ausziehen, uns laut auflachen und straucheln, Wonne verschenken und Lächeln eimerweise vor Linsen kippen, bis auch die letzte Trübung weich wird, rund und reibungslüstern, randvoll mit Randnotizen, die Nähe buchstabieren lernen und Sätze formvollenden: Doppelpunkt, ich will doch nur dich und das was du ankündigst: Einen Satz, der Beine hat, zwei am besten zum Rennen und Tanzen, zum in die Knie gehen und aus dem Knick kommen. Einen Bauch aus Substantiven, die du dir nur ausgedacht und mir ans Revers geheftet hast, den Ausschnitt betonend, den du besonders liebst: Adverbialpronomina im Abspann: Hier und da, dorthin und wieder auf Los!

Gegenwart

übermut und daunenkissen

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dem träumen zwei jahre geschenkt, gut angelegte, genüsslich verschwendete. eins mit schweben verbracht, über den tellerrand gespuckt und den goldrand entlang getänzelt. ein anderes: die augen nicht verschlossen, sondern sehen gemacht. dem bauch ein bett gebaut, das ihn trägt, aus balken, die dem holzwurm zu bitter. zwei jahre dem wunder die hand hingehalten und zugegriffen, wenn sich eins traute. ein jahr dem vielen noch mehr entgegengesetzt, das haar offen getragen und die füße nackt.

es folgte eines im zeichen des abnehmwilligen mondes. deutlich kühler forderte es zwischen den zeichen auf, die schultern wieder zu bedecken und den übermut wenigstens beim nachnamen zu nennen. tee statt kaffee und seilspringen statt knallerbsen-bingo. der wecker hielt sich bereit, aber dank snooze und daunenkissen ließ sich der morgen immer wieder hinauszögern.

irgendwann aber bliest du zum zapfenstreich, riefst den frühling aus und verschwandest noch ehe ich blinzeln mochte. verschärft, dachte ich noch, ich erinnere mich dunkel, nahm abschied von nacht und miederwaren und machte mich an das, was gemeinhin unter aufwachen bekannt. ein langwieriges unterfangen wie sich bald zeigte und ich ohne jedes talent. nur gut, dass du händchen hälst, die trillerpfeife im anschlag, in der luft liegende küsse nur notdürftig verhindernd.