Geliebte

leihst du mir dein alphabet?

ich möchte eingeschlossen werden
einberechnet
eingeweiht

ich möchte eins sein mit dir
und ein Einraumwohnung in dem, was du Zukunft nennst
und ich Wir

ich möchte einwirken
und einparken, einlenken, wenn dein Blinker versagt
und die Kurve flach liegt

ich möchte einschreiben
und aufsagen, was das Drehbuch uns vorschreibt
und du verneinst

ich möchte ein Weg dir sein
und Kompass, Taschenlampe und Zwerchfell, Touchscreen
und Tintenfisch.

ich möchte den Einwand
buchstabieren und Alphabete durchdeklinieren, ich möchte meine Sprache beiseite legen
und dich auf.

Geliebte

Etwas schreit Achtung in mir 

 

Etwas schreit Achtung in mir,
ein Satz hallt nach und
lässt mich nicht los
die besser Hälfte in Sicht
ruhe ich mich auf der anderen aus
etwas hält
etwas hält mich, hält dir, hält
die Stille in mir
an und aus
bietet der Achtung Paroli.

Etwas schreit Achtung in mir,
fordert Respekt, heraus, zum Tanz
und über die Grenzen hinaus,
legt den Satz übers Knie
und die Sonne ins Ferienhaus
der nächste Sommer kommt bestimmt
orakelt der in der Tasse vergessene Kaffeesatz
und läutet die Nachmittagsruhe ein.

Heute ist es stiller in mir
die Sorgen ausgeflogen
die Träne noch nicht wach
die Gedanken im Home Office, und
der Atem nutzt die Gelegenheit
sucht sich ein Plätzchen
mit Blick über die bevorzugte linke Schulter
öffnet die Fenster
einen Spalt zu weit
und lässt die Staubflocken türmen.

Alle Achtung.