Manchmal. Manchmal da sind mir tote Hunde egal, Stilfragen schnuppe, da wird mir mein Klempnerhemd zu eng. Da spannt es mir über der Brust. Da verlangt es mich nach weit Fallendem. Üppig Wogendem.
Solche Momente sind ja eigentlich prädestiniert für ausgedehnte Shoppingtouren made by frustrierter Hausfrau. Doch weit (sic!) gefehlt:
Die moderne junge Frau – ich – näht sich stattdessen händisch einen Kaftan mit Rüschenärmeln aus biologisch zertifizierten Sojafasern und macht einen auf Michelangelos Putte. So hat die oben genannte Brust nun wieder mehr denn ausreichend Raum sich zu heben. Und hernach zu senken. Nach dem tiefenreinigenden Seufzen.
Träum weiter, Mutti!
Manchmal aber ist jeder Fetzen Stoff einer zu viel, mag er noch so anmutig fallen. Dann reiß’ ich mir die Nähte, knöpf’ die Korsette auf und streif’ Faden um Faden die Zivilisation mir vom freiheitsraubenden Leibe.
So der Zufall will, hat frau dann just ein Stück Ozean zur Hand. Gischtglänzend salzig einen jeden zum Bade verführend. Falls nicht lässt sie sich ungeniert eine Pfütze regnen, in der es sich gar wohlig suhlt. Barbäuchig die Winterzeit missachtend und definitiv nackten Arsches.
Nicht ohne sich nach dem Bade einzumümmeln, jeden Quadratzentimeter zu schätzen wissend vom frischgebügelten Klempnerhemd, sehnsüchtig auf Flaschenpost wartend.