Die mit Vorliebe Brechbohnen aus der Dose mümmelnde Angst in meinem Nacken lässt mich flacher und flacher atmen. Einen Atemzug pro Minute, so lange wie irgend möglich gedehnt und durch die den rechten Nasenflügel ein, durch den linken Flügel – und zwar unbedingt dicht an der Außenwand entlang. Das verlängert die Vorfreude auf die solchermaßen zunehmend limitierten Deziliter Sauerstoff, macht aus dem eigentlich ubiquitär vorhandenen und durch jede Pore nahezu eindringenden Element ein qualvoll ersehntes. Ein rares. Ein nur auf Knien und unter inwendig ausgestoßenen stimmlosen Flüchen wieder ausgehauchtes.
All den Adjektiven jedoch, all den kunstvoll kreuz, mitunter auch quer gestochenen Nebensätzen aber gelingt nicht, wozu sie aus dem Ärmel geschüttelt: der Angst den Schmerz ziehen. Die Kraft verwässern. Den Blick schwärzen. Sie bleibt. Feuerrot versengend was ihr den Appetit zu verderben sucht. Trachtet. Wagt. Wenig weilt wo sie längst Monokultur veranschlagt hatte. Der Kopf sinkt auf Brust- und Schulterbein, dehnt den Nacken über den Haaransatz, raubt der Sprache den letzten Nerv, lässt den Rachen reifen bis nichts mehr bleibt als rasselnde Angst. Im Blick. Im Schritt. In jedem Zweifel.
Wurstbrotverachtend sich durchs Wochenende schlagen nimmt ihr nicht die Wucht, nicht den kleinsten Fetzen. Im Gegenteil. Es stählt ihr Lasso, das sie gleichermaßen lässig wie drohend über der Schulter trägt, wie andere Damen Handtaschen. Sie aber ist keine Dame, sie ein Weib, ein wohlgenährtes, eroberungssüchtiges dralles Vollblut mit wachem Blick und ungezähmtem Achselhaar. Sie lässt mein Herz in ungeahnten Frequenzen schlagen Nacht für Nacht und tags erst recht und doch ich wünschte, ich würde elendiglich und ohne eine Träne verlassen. Ohne wenn und aber. Ohne Ankündigung, ohne Wiederkehr, ohne jedes Souvenir.