Gelüste

Nümmerchen


keine nümmerchen ziehen, nichts regeln wollen, nicht mehr durchhalten. bis. stattdessen den kopf öfter mal in den nacken legen, das ziel aus den augen verlieren, den mund dreimal hintereinander zu voll nehmen, und den löffel auch.

den boden links liegen lassen und die wand einfach mal hochlaufen, ja, eine weile an der decke kleben. den wundern beine machen, lange, kräftige schenkel und verschorfte knie und den sorgen homeoffice verordnen, und erdbeeren mit mayo.

dem mut eine schwebebahn unterjubeln, der ausdauer schwimmflügelchen andichten, schweinchenrosa. den tag zur siesta einladen, die nacht zur doppelschicht verdonnern und mich selbst grün ärgern. zumindest die augen, hach, das wär’s!

immer alle fünf sinne zur gradlinigkeit aufrufen, stur geradeausschnuppern etwa, keinen seitenblick wagen und dem ego nie einen vollrausch gönnen, geht auf dauer nicht gut. die pflicht möchte auch mal ad acta und die andere platte aufgelegt werden: drei viertel linksrum, ein viertel auf ex. es ist mittwoch, konterst du und ich lächle mein feiertagslächeln über alle kundenpläne hinweg: freistunde, baby!

Gelüste

Augen, Blick, ich komme!

Augenblick | Anne Seubert

Das Auge
geworfen, nicht gewürfelt
fällt tief
fällt auf einen wie dich
nicht ohne Grund

Blick für für Blick
wagst du unter Wimpern
einer Zärtlichkeit Ausdruck
zu verleihen,
auf Pump eine
die ankommt und vergeht

Der Blick erwidert
erkannt und ermuntert
sich niederzulassen
Es kommt
wie es kommen möchte
im Konjunktiv nicht mehr länger zu Hause:

Ein Jetzt im Hier
den Kopf in den Wolken
beide Beine auf deinem Boden
und das Herz auf Achse
geschickt:

Augenblick, ich komme!