Geliebte

Tango Libre: Drei Viertel en Orange

Halensee, Berlin

Wo du Land bin ich das Meer,
wo du Wand, die Tür,
wo du Satz, ich Spiel & Regel zugleich,
wo du Rede, ich Antwort und Frage nach den Punkt-, Komma-, Sprichwörtchen, die dir auf den Lippen und mir im Magen liegen.

Knöpfe dir mein Knie vor, Rock hin oder her, hinterrücks die Kehle auch mit beiden Händen auf einmal, halte, schöpfe, zähle bis 10, bis du lachst und die Finger zur Ferse rennen, sich an den Waden wickelnd wenn schon kein Beispiel dann doch wenigstens Schwung nehmend für die nächste Runde Tango libre.

Achtend halt ein, genieß die Unwucht, das Rad, das Reden schwingend Ruder wird, bis du in sattem Gelb gebadet schweigst, einem Ton, kaum Farbe, mehr Licht, der die Wärme mitbringt, die meinen Orangenhälften fehlte, die ich dir zum Apéro kredenzt hatte, und den Saft, der deine Adern in Flusslaune bringt.

Lass fließen, fluten, durstig werden und wetten, hinter dem nächsten Takt warten drei Viertel mindestens!

Gelüste

Zwei Stunden auf Ex

die laternen steckten die köpfe zusammen
als ob schatten etwas, das möglich:
der beton wunderte sich still und schlief – nackten arsches – bis die sonne weit über dem zenit.
wenn einer, dann wir, zischte das ziffernblatt und stellte die zeit um, zwei stufen auf ex.