Generika

Herbstens am Hafen

 

Herbstens am Hafen | © Anne Seubert

Herbstens zieht es mir die Schuhe aus, laublüstern.
Herbstens ist alles Schweigen Gold und alles Gold Licht und alles Licht Stille vor dem Herrn, der das Laub aufwirft, wie Fragen im Raum zwischen Antwort und Staunen.
Herbstens bin ich unterwegs per default, Schleichwege auskundschaften, immer der Sonne nach, Schatten aus- oder einweichend, dem Wind of Change Tür und Tor öffnend.

Gezähmt ist, was schmeckt, seine Ecken bloßlegt oder mich lächeln macht.

Gemäuer

Schönheit im Tun und Lassen

Beauty | © Anne Seubert

Schönheit, sagst du, sei Klarheit, das will mir nicht in den Kopf. Schönheit, will ich ansetzen, ist alles andere als Klarheit, ist diese ergreifende, nicht greifbare Erscheinung, dieses Wow, das aus dem Kehlkopf steigt. Ist gierig und sich selbst genug, ist rund und Askese, Abwesenheit von Zeit und Reife zugleich. Ist Abenteuer und Ankunft, Aufbruch und Vanitas, Stille und Aufschrei.

Schön seien die anderen, erwiderst du, niemals man selbst und ich frage mich, wer dir den Spiegel vorgehalten hat ohne dir dein konvexes Wesen vorzustellen, Schönheit vollendet sich immer im Auge des Betrachters,  möchte ich ergänzen, serviert zwischen dir und mir, da wo dein Atem den meinen umschmiegt und weiss zugleich, wie wenig das Auge allein richten kann über Schönheit und ihre Anverwandten.

Schönheit will gesehen werden, schließt du und ich rufe alle schönen Geister, sich zu versammeln: Schatten und Schäreninseln, Edelfräuleins und Eremiten, im Gegenteil, will ich rufen, Schönheit braucht Einsamkeit, um zu wachsen, Schilf, um zu gestalten, Wundheit, um zu gedeihen,Stille, um zu verweilen.  Schönheit will malen, gestalten, schaffen, schreite ich ein, und ist, um geschaffen zu werden, geboren: Gestatten, von und zu Widerspruch mein Name, mit doppeltem Hauch und unlauterem H im Abgang!