Allgemein

nackt und nah

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Aufgehen dir, unter die Haut, zwischen Räumen auf- und abgehen in dir; aufrühren dich, rühren, nicht schütteln, „to be handled with care“ stand auf der Packung. Berühren auch, inwendig alles möglich machend, unwiderstehbar zart dir die Knochen ins Lot bringen und deine Haut mit leeren Händen lehren, was Wonne heißt: Wollust mit Doppel-L und Fersen aus #nichtsdestotrotz, #nocheinmalvonvorn & #kommewaswolle etwa. Barfüßig fließen ins KannnichtMeernichtSündesein, den Regen von der Leine lassend Bogen schlagen wie der Pfau sein Rad, gespannt unter einem Himmel in voller Bälde.

Taumelt da wer, fragt der Leib zwischen Strand und Schenkeln, die Lippen sich leckend wie nach einem Teller Leibgericht das Kind in vollen Zügen.

Ich schweig mich dir nah, den Malbec noch auf der Zunge, hüftnah schockerhitzt. Sacht war gestern, formst du lauschend Worte wie Pfade in eine Welt zurück, in der Mahlzeiten am Tisch eingenommen werden, Telefone klingeln und die Sonnenuntergänge pünktlich: Komm, such‘ die nächste Platte raus, es ist Zeit für einen Pulswechsel!

Gelüste

Rückwege und Hingabe

Anne Seubert: Wortlaute @ Museum Lehmbruck

beug dich über mich hinweg in ein grau, das dein fenster trübt und meine tür öffnet: sei spielbein und wundertüte, risikoummantelt und wutbefreit, sei würde und grazie und allerei rund. rege dich nicht, halte den spalt in der hand, die dich trägt durch diesen moment, dem du habhaft werden möchtest, ohne die zukunft aus den augen zu verlieren. rücke zurecht was dir mut macht und aus dem weg was dich hemmt, blicke tiefer, als das dekollete erlaubt und lass die hände aus den taschen, es ist knöchelfreie zeit, es ist das, was gestern noch wut war heute schon anmut und leckerbissen.

hinweg begib dich und gib dich hin. dem weg, der gabelung, der weisung aber geh aus dem weg und aus dir heraus, in ein museum stell dich, lass dich sehen, ansehen, aussähen und ernten und heimlich in hosentaschen schmuggeln, zwischen fingern, die schweissnass vor beutestolz. sei beute und jäger und wasserwage und brett, sei stein und meissel und schmeichel mit stimmen, die dir den gaumen wässrig und das herz balsamico-lüstern beben machen. sei frau in der hüfte und mann zwischen den knien, sei großherzog und waisenkind, immer eine identität mehr auf den lippen, bereit sich beim nächsten kuss zu bekennen.

rück den schatten ins aus und das licht auf halde, geb acht und alle neune drei stockwerke tiefer als erlaubt, die treppe nehmend oder den paternoster aber nie den lift. drück ab und zu mal auf abstand, die nähe um den kleinen finger wickelten, bereit loszulassen, wenn du das zittern nicht mehr spürst und meine hand zwischen deine finger gefunden hat, leg dich nieder, dar, ab und das lied auf, das dich auch im liegen tanzen lässt, die schulterblätter voran, nie den takt aus den augen verlierend und erst im letzten viertel die flasche öffnend, die den abend inne- und dich im visier.