Gegenwart

Häuptling Triebfeder

Trotz, der du in kaum einer Sprache
als Substantiv auftreten darfst, mir bist du
Ritter, Raubvogel, Rabenvater, du wüstes Wesen.
Deiner Zärtlichkeit macht mein Wortschwall keine Beine
nichteinmal nasse Füße,
Häuptling Triebfeder, du, schweigen machendes Herz!

Wenn ich in die Knie gehen möchte,
stehst du stampfend noch am Fluß
verlassener Argumente.
Wenn ich schreien möchte,
tanzt du, eins mit dem Sturm der
zwei Augen auf dich und eins auf mich geworfen hat
Wenn ich nachgeben möchte,
singst du aus voller Kehle zwei Oktaven zu hoch Lieder,
die dein Herz dir in die Blutbahn spült:
Pulsschlag für Pulsschlag
Basssoli nur schemenhaft imitierend

Ich möchte dir
Muse sein und Weib, Kraft
deines Amtes dir zu Füßen liegen
Keinen Altar dir bauen
Kein Testament dir schreiben
Keinen Schwur dir halten

Dich nicht lieben, aber leben
mit beiden Seelen mindestens
und der Schönheit
nicht des Augenblicks sondern der Gegenwart,
Schwert sein und Wünschelrute,
gegen Zukunft und Vergangenheit
gegen jede Form von Anstand
gegen Wahnwitz und Hohn
meine Stimme erhebend
und das Kinn.

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