
goht es schnäckle, goht es schnäckle
es bergle uff, es bergle uff
ääne wider aabe, ääne wider aabe
uff em buuch, uff em buuch…
Wer den Rebberg, bzw. die Rebberge, denn seltenst kommt der Rebberg als Solitär daher, seine Heimat nennen kann, kann sich glücklich schätzen, ganz unabhängig vom Jahrgang. Die Rebberge im Markgräflerland zeichnen sich durch harmonische Hügelschwünge aus, von der Sonne Jahr um Jahr verwöhnte Hänge werden durch die Reben für das Auge strukturiert, als stünden sie für eine Linedance-Performance bereit, fast egal zu welcher Jahreszeit.
Wo das Markgräflerland genau anfängt und aufhört, darüber debattieren Fachleute ebenso gerne und leidenschaftlich wie Laien. Seit 200 Jahren findet vor allem die hier sehr präsente Gutedelrebe, vom Badener Markgrafen Karl-Friedrich vom Genfer See eingeführt, im Markgräflerland ideale Bedingungen. Aber auch andere Rebsorten wie Weißburgunder, Grauburgunder, Gewürztraminer oder Spätburgunder fühlen sich hier sichtlich wohl. Die milden Winde aus der „Burgundischen Pforte“ lassen Obstbäume und Gärten mitunter um Wochen eher blühen als anderswo, und bescheren so bereits ab April Einheimischen und Besuchern zusätzliche Sonnentage, die sich direkt in Lebensqualität und Gastfreundschaft spürbar machen.
Die nächste “Straussi”, offiziell Straußenwirtschaft, ist ein von den Winzern und Weinbauern saisonal oder tageweise geöffneter Ausschank, in dem die Erzeuger zu bestimmten Zeiten ihren selbsterzeugten Weine direkt anbieten und dazu kleine, einfache regionale Gerichte. Winzerschnitten etwa oder Wurstsalat, Blick in die Weinberge und die Möglichkeit, ein paar Flaschen des Lieblingsweins mitzunehmen inklusive. Ein Strauß oder eher ein buschiger Zweig, am Tor oder über der Tür angebracht, zeigt unkompliziert an, dass geöffnet ist. Wer weiterreisen möchte hat viele Möglichkeiten. Die Region Markgräflerland im äußersten Südwesten Deutschlands grenzt im Westen an Frankreich, genauer das Elsaß (sic!) und im Süden an die Schweiz, eingebettet zwischen oberrheinischer Tiefebene und den südwestlichen Ausläufern des Schwarzwalds. Insofern vermischen sich hier nicht nur die kulinarischen Vorlieben, sondern auch Sprachen und Brauchtümer: So entstammt der eingangs zitierte Vierzeiler einem im alemannischen Dialekt gesungenen und selten verschriftlichten Kinderlied auf die Melodie von Frère Jacques, ob die Schnecke eine Weinbergschnecke mit majestätischem Haus oder “nur” eine Nacktschnecke ist hingegen nicht verlässlich überliefert, zumindest nicht mir.