Geliebte

Träum schön, Sweetie!

Morning after

Heute beerdige ich meine Lieblingsangst, Waldfriedhof, dritte Reihe links und den Frust packe ich bei der Gelegenheit heimlich mit ins Grab, Zugabe kann ich! Das Kirschkernkissen im Nacken sorgt für entspannte Rückenlage, convenience siegt immer und ich möchte, dass sie gut und tief schläft und gar nicht erst auf die Idee kommt, sich nochmal umzudrehen!

Sie hat gute Dienste geleistet, das treue Stück, fürsorglich bis zur Selbstaufgabe, hat sie sich oft vordergründig im Hintergrund gehalten und war gleichzeitig nie um einen großen Auftritt verlegen. Dramaqueen ihr zweiter Vorname! Hatte sie mir in der Vergangenheit nachhaltig die Stimme abgedreht, sing ich ihr heute ein Ständchen mit Blick auf ihre gefalteten Händchen, und die nehm ich ihr nicht ab. Ich sehe die dreckigen Fingernägel, die Hornhaut, und die durchgedrückten Knie und setze auf No tears, no Fears!

Heute beerdige ich meine Lieblingsangst. Ich habe ihr Trockenblumen mitgebracht und künstliche Tränen, der Sarg steht noch offen, aber die Augen sind zu, die Lippen verschlossen, keine Widerrede zu erwarten. Sie hat lange durchgehalten, wusste Konkurrenten stets galant auszubooten und neue Projekte an Land zu ziehen. Die gute Miene war ihre Sache nicht, Spiel, Spass und Feierabend ließen sie kalt, bis der Schweiß Prozente gab. Aber ihren vermaledeiten Purpose, den hatte sie stets bar auf der Hand.

Träum schön, Sweetie, ich wünsche dir Ruhe in Fetzen und ein langes Leben auf der anderen Seite, dont look back, hier vermissen wir dich nicht!

Zettelkasten

Sprachschätze

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Schon seit meiner Kindheit begleitet mich ein mittlerweile stark in Mitleidenschaft gezogene Etymologie. Ganze Nachmittage konnte ich mich in die Wort-Herkünfte einlesen, ihren verschlungenen Wege durch unterschiedliche Sprachen und Anwendungsgebiete folgen, mich wundern und staunen.

Immer wieder stockte ich, ließen mich Kombinationen nicht los, immer wieder führte es mich auf Gedankengänge, die ich sonst nicht eingeschlagen hätte. Zuweilen fremdelte ich (wirklich?) und wenn sich eine Herkunft nicht einwandfrei nachrecherchieren ließ, stellte ich mir Kennzeichen X mit Begrifflichkeiten vor: Wer hat dieses Wort zuerst gehört? Zweckdienliche Hinweise…

Ich habe nur einige Semester Linguistik intus und kann mich doch an einzelnen Worten erfreuen, wie andere vielleicht an einem Neuwagen. Mittlerweile weiß ich, welche Menschen in meinem Umfeld sich mitfreuen und so tauschen wir manchmal Schätze aus, mal in der einen, mal in der anderen Sprache – mal im Gespräch eingebracht, mal ganz explizit. Diese Schätze teile ich gern – und einen jetzt und hier: Wussten Sie, dass der Hals in der Wortbedeutung der Ort der Drehung des Kopfes ist?

 


Sprachschätze aus dem Hause Duden gibt es übrigens aktuell zu Körper & Gesundheit, Kunst und Kultur, Essen & Trinke, sowie Tiere & Pflanzen.