Gegenwart

Wenn der Herbst dreimal klingelt

Türöffner | Anne Seubert

Der Himmel hält galant die Tür auf, doch die Wolken genieren sich. Lieber diesen Herbsttag noch mitnehmen, dem Laub beim Fallen schöne Augen machen, ein paar Tränen fallen lassen, wenn keiner hinschaut und ansonsten mit Berliner Luft cornern und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Das Licht kann sich nicht entscheiden, Fisch oder Fleisch und welcher der 17 Grautöne, aber Grau ist Ehrensache nach dem letzten Style-Coaching, man ist schließlich keine 17 mehr. Die Falten fallen tatsächlich weniger auf, die Kanten plötzlich wachsweich und der Horizont nur einer von vielen Möglichkeiten.

Der Herbst nörgelt, so hätte er sich das nicht gedacht. Er bangt um seinen großen Auftritt, hatte die Indian-Summer-Federboa bereits entstaubt und parfümiert und die Laubbläser engagiert. Nun aber heisst es auf leisen Pfoten einschleichen, en passsant Kastanien hinterlegen, nicht zu viel Aufhebens bitte und lieber rasch dem Winter das Nummerngirl machen.

Allgemein

blau und gemacht

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Es ist komplex unterm blauen Himmel
selbst der nur geliehen
eine Zeile drunter sieht schon wieder alles ganz anders aus.

Er zieht den Hut
du den Mantel aus
ich bleibe sitzen
weil sich das so gehört wenn einer spricht.

Komm, sagt die Katze und rollt das R
dass das Kreutzworträtsel ins Schleudern
und der Gospelchor der Wolken aus dem Takt kommen.

Nur der Himmel bleibt blau
und gemacht.