Generika, Leise Vergnügungen

Leise Vergnügungen II

 

broken glass

# Sonnenstrahlen kreuzweise stapeln und dabei das Kreuz sorgsam auf meine Nasenspitz ausrichten.

# Pakete bei den Nachbarn einsammeln und dabei in fremde Leben eintauchen, so tief, dass ein Buch im Kopf entsteht.

# Entgegenkommende Menschen anlächeln und für Minuten zu Komplizen gegen den Rest der Welt machen.

# Geschichten auf den Leib gezeichnet bekommen.

# Auf’s Land fahren und morgens in Stille erwachen.

# Das Buch nochmal von vorn lesen.

# Worte wie Pralinen aus ihrem Letterdress schälen und die Satzzeichen für einen Absatz von der Leine lassen.

# Drei Freunde auf einmal wiedersehen.

# Die Kürbisspalten so lange im Ofen lassen, bis ihr Teint von karibischer Sonne singt.

# Amaranthpops in flüssige Schokolade gießen und dann löffelweise vorm Ertrinken retten.

# Haut an Haut denken, nichts als Buchstaben zur Hand und bäuchlings grinsende gelbe Kreisgestalten.

# Apfelspalten in Zimt andünsten und mit Mandelmilch und Ahornsirup simmern lassen bis ein Duft entsteht, der dich in die Kibdheit reisen lässt.

Leise Vergnügungen Part I

Geliebte

Ride on, my dear!

Wenn dann gestern. Und ohne dich. Der du mir Fragen zwischen die Steine wirfst, auf die ich meine nackten Zehenballen setzen will, immer ein Flussbett im Blick und das Übermorgen zwischen die Backenzähnen geklemmt. Kariös geradezu.

Du aber schmiegst dich in jede Kurve, reisst das Mantra an dich, als hättest du allein es gebraut aus Hopfen und Malz und der Wahrheit der Winterflüchtigen. Dem Wettergott ein alles andere als wasserdichtes Alibi in die unbedachterweise unverhüllte Achselhöhle flüsternd, das Semikolon missachtend, das unmissverständlich aber zu leise dir eine zweite Ebene anbieten wollte.

Alles andere als schief, dafür Klammern aufreissend, die jedes Lächeln lispeln lassen und noch vor der letzten Serpentine das Halleluja anstimmen. Das Halleuja, das eigentlich dem Gipfelkreuz gewidmet, auf halber Höhe nun ins Straucheln gerät, dankbar für jedes Basssolo, das du über die Lippen bringst. Ride on, my dear!