Generika

Fidibus Neindankeschön

Nicht mehr. Die Haut nicht und auch der Mut ist aus. Das Wozu bemängelt Freunde, die Lust steht mal wieder mit dem Rücken zur Wand. Schmerz lass doch mal locker, für eine Viertelstunde wenigstens. Das Herz ist ihr in die Galle gerutscht, vor Bitterkeit butterweich, faserig gekaut. Lechze nach Visionen, fordere Genuss, mit Gebrüll, und ernte literweise Hohn. Tote tragen vielleicht keine Tangas, aber das Lamm in mir geht aufrecht, trägt Minipli und Crocotäschchen. Morgen für Morgen und noch am Wochenende und am Montag danach.

Jeder Sonnenaufgang wird mit einer Wüste berechnet, innenohrig wie augenwinklig abgerechnet. Gesteckt in einen Mehrzweck-Körper schwankt die Seele zwischen Schienbein und Schulterblatt, feiert Hüttenzauber statt Feierabend, argwöhnt der Muße und huldigt stattdessen hingebungsvoll einem Mann, der sich Stahlkorsette zwischen die Nieren gepflanzt zu haben scheint, Sonne nur auf dem großen Zehennagel duldet und Schokoladenshakes misstraut.

Lass mich dein Sahnehäubchen sein, flüstert die Ajurveda-Massage nichtsdestotrotz, flirtet den Mund voll warmem Sesamöl und ins sonnengebleichte Haar kokett einen Sonnenuntergang nebst einsamem Strand gesteckt. Eine halbe Stunde wurde ihr gegönnt, dann war alles Sturmflut und Drang und Mobilfunkgetöse. Der Bauch macht seitdem einen Appetit geltend, der auf keine Kuhaut, nichteinmal auf eine Elefantenhaut passt, nur Gier und Glitter und nicht einen Teelöffel Substanz. Reset, please!

Gelüste

Feiertags

Eben noch: das Leben verwünscht, aus aller Kraft und mit schiefem Lächeln dem rumbuckligen Lebensgeist ein Bein nach dem anderen gestellt. Dann aber: Die Knie zurück unter die Bettdecke gezogen, ausatmen und Tee trinken. Den guten mit den koriandergrünen Minzblättern aus deinem Garten. Dem Wunder krumigen Boden bereiten, die Erde auflockern, handvollweise Luft unterheben, da und dort gar Mohnblumensamen vergraben. Dir und mir Lust unter die Nase reiben, behutsam die Hand auf eine rechte Wade und die Wade an eine Fußsohle legend. Lächeln.
F5 drücken.

Wortörtliche Kleinode wie Brausebonbons mir auf der Zunge zergehen lassen, dem Kribbeln hinterlächeln wie es mir zwischen den Brüsten gen Schambein rinnt. Der wispernden Gänsehaut auf deinen Schenkelinnenseiten nachspüren. Endlich wieder Puls haben. Durstig einatmen. Hörbar ausatmen. Innehalten.

Später dann die Nachmittagssonne mir um die Schultern legen, fröstelnd. Den Boden wässern, nähren und wenigsten die oberste Schicht mit den rotlackierten Fußnägeln durchpflügen. Ob des flirrenden Fliederdufts inmitten der satten Sommerluft Appetit bekommen, jenseits des flaumigen Bauchnabels. Den Abend willkommen heißen, der schüchtern um die Ecke biegt. Dich lautlos aber nachdrücklich auf einen Apero einladen. Und auf Wassermelonensalat mit Schafskäse und gerösteten Pinienkernen im Bett.