Gestik

Vor lauter Bäumen

Mann meidet den Mond in diesen Tälern,
lächelt hinter vorgehaltener Zahnlücke,
sammelt albenweise Schatten

Er jedoch reimt was das Zeug hält, generiert Mondschein-Nächte
wie Trinkgeld und lebt von Spesen.

Am Hain gegenüber lacht ein anderer heimlich,
aber jeden ersten Montag im Juni –
das Gesicht gen Abhang, die Zähne mindestens hüftbreit
in den torfigen Boden geschlagen.

Gestik

Wintersonnenwonne

Einst murmelten mir deine nach Lorbeer und Safran-Risotto mundenden Lippen kirschkernerwärmende Wortkeimlinge ins Gemüt. Unter ziemlich bis volltrunkenem Blick, abwechselnd die Wölbung meines linken Knies und die meiner linken Augenbraue fokussierend. Nacht für Nacht halte ich seitdem meinen nichts als den Alltag vergessen wollenden Leib diesem Klang entgegen und verneine gen Morgen jegliches Frühlingsgrimmen. In mir bleibt Winter, meine Augen geschlossen und ich unter der Decke bis auf das Knie, das linke, das längst seine eigenen Wege geht, der dottergelben Märzsonne entgegen, sobald sie unbeholfen durch die blind gesprenkelte Fensterscheibe haucht.