Gerda

Kopfüber unter Wasser

„Von einem merkwürdigen See in der oberen Markgrafschaft Baden“ sprach er. 1782. Man war nur mäßig erstaunt.

Von einer gelbblättrigen Blume nahe des Ufers sprach er, deren Blüte nur auf Bildern sichtbar. Man glaubte ihm blind.

Nur Gerda ging und pflückte den Schnee vom letzten Sommer von der Dachterrasse, bevor sie lächelte.
Selten habe ich so gefroren.

Gelage

Ja, ich will

Und ich will, dass deine Fingernagelrillen meine Fersenhornhaut streicheln, jetzt und sofort und danach noch einmal von vorne. Und ich will nicht, dass du lachst wenn ich von Raben rezitiere, von Wanderfalkennachwuchs, von Liebstöcklaromen im frühmorgendlich verabreichten Jagdwurstaufstrich. Ich will deinen Atem meine Harnröhre schauern machen, deine Ohrläppchen meine Leisten befruchten, und deinen Blick meine Wirbelsäule Merengue üben lassen.

Ich will synchron mit dir atmen und gleichzeitig die Fetzen fliegen machend die Zukunft der Waldameisen diskutieren, den großen Zeh stets kurz vorm Krampf. Ich will Rundfenster in meinen Wänden, an deren stahlkühle Rahmen ich meine Stirn pressen kann beim Meer in den Giebeln der Nachbarhäuser suchen. Ich will Langfinger mit Antennen ausgestattet in meiner Ellbeuge, immer auf Empfang für Postwurf-Sendungen aus dem Innersten meiner an Runkelrüben gemahnenden Innereien.

Ich will meine Mahnbriefzähne in deinen Rücken einprägen, die frischgeplombten, da wo das Rückenhaar spärlicher wird und die Muttermaldichte entsprechend größer, genau 3,75 Mal. Ich will Lusthäppchen serviert bekommen, zum z’Nüni, zum z’Vieri und abends eine letzte Fuhre, mit wildem Erdbeerlachs und Kichererbsen, damit ich mich nicht immer auf Kitzligkeit rausreden muss. Ich will einen Stachelbeerbaum unters Fenster gepflanzt bekommen, in dessen Erde ich meine Hände wühlen kann, jegliche Sauberkeit von mir waschend zur Nacht.