Gegenwart

Groß & Zügig

Eilike Schlenkhoff | © Anne Seubert

Nackt baden
die Nacht
die Sterne
und das Rot, das du in einzelnen Lettern vorangestellt hattest

Gelb magst du nicht so gerne, verraten deine Bilder seit einigen Jahren, ich zweifle unbenommen
Die Wellen wagen
den Schulterblick
zwischen zwei Blättern, die noch nicht eingespannt, ich lache
der Gischt ins Gesicht und dir
eine Leichtigkeit auf den Pinsel die deinem Blau Beine macht
Du spuckst das Salz
an Land und dem Flieder
die Kirschkerne ins offene Hemd,
im Ärmel planen die Farben einen Sommer, mit dem Finger auf der Leinwand.
Gegenwart

Dem Status Quo eine Liebeserklärung

Dem Status quo auf die Nerven gehen;
Rütteln, immer und immer wieder,
ihm das Dolce Far Niente als spätpubertär madig machen,
und die Gegenwart als noch lange nicht ausgereift in die Nachmittagssonne legen.

Dem Status Quo die Steuererklärung um die Ohren hauen!
Zeter & Mordio in den Vorstand berufen,
und der Scheinselbstständigkeit Standesdünkel zum Vorwurf machen.
Ja, auch du!

Dem Status Quo eine Liebeserklärung machen;
Wer, wenn nicht du;
Wann, wenn nicht wir,
und wie, wenn nicht Quotenjungen wie du eine Ehrenrunde drehen,
und Grenzgänger wie mich kulant huckepack nehmen.

Das Jetzt ist groß genug für uns beide
und das einzige, das wir haben.