Gegenwart

Hintertürchen Horizont

Dem Himmel eine Erde anbieten
die er nicht ablehnen kann
Der Welt ein I-Tüpfelchen auf den Leib schneidern
das alle Sterne vor Neid verglühen lässt
noch vor Sonnenaufgang

Dem Gestern ein Fenster öffnen
durch das es ein- und aussteigen kann
Dem Übermorgen einen Carport zimmern –
hat es sich ausdrücklichst auserbeten
well, why not?

Der Sicherheit den Hintereingang freihalten
gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für diese Zielgruppe
konsequent runterregeln, not just in case
Dir ein Hochbett bauen
mit Blick auf’s Mehr und den Bühneneingang
die Setlist bereitlegen
wohlwissend, Du singst eh wieder mit

Und unter das Dach
ein Willkommensschild hängen
in 3D und allen möglichen und unmöglichen Sprachen
möge der Wind neuerdings Braille lesen können
Den Horizont zum Ehrengast erklären
auch wenn er durch Abwesenheit glänzt und
die Agenda torpediert
indem er understatet statt sich aufzubrezeln

Gegenwart

auch wenn es draussen kalt

Öfter mal weit rausdenken, über das Rauschen hinweg in Gedanken, die noch nicht in Fakten und Fakes geteilt, die noch nicht auf Scheitel frisiert, die noch gänzlich outofbed looking nicht zwischen Fühlen und Wissen unterscheiden.

Öfter mal weit rausfühlen, in einen Menschen hinein und zwischen seine Ohren, tief in die Magengrube und hinter das Herz, das er auf der Zunge trägt.

Öfter mal weit rausgehen, aus der eigenen Welt in eine unbekannte, wo der Weg einer ist, der noch schlüpfen darf, wo die Türen Schleier tragen und die Ufergrundstücke unbebaut.

Öfter mal laut rauslachen, lächeln zumindest, auch wenn das gerade nicht auf der Agenda steht und das Gegenüber andere Erwartungen an dein Gesicht mitgebracht hat. Öfter mal das Fenster öffnen, auch wenn es draussen kalt.