Gelage

Lieben, was ist

Brandenburg Prärie | © Anne Seubert

Den Schatten, der sich hütet.
Die Frucht, die du trägst.
Den Weg, nach dem du fragst.
Die Lüge, die sich in Frage stellt.

Diese Frage, die staubt bei jedem Schritt, den du näher kommst. Staub, der sich um deine Füße legt, unter deinen Zehenspitzen sammelt, nur um dir aufzuhelfen, nach jedem Schritt, den du in die Knie gehen möchtest, als wäre  die Welt auf Knien eine andere oder doch zumindest die Augenhöhe, der du mit einem Knicks auf die Sprünge hilfst.

Der Wille, der sich befreit.
Die Wonne, die du ausstrahlst.
Der Horizont, der die Biege macht.
Die Frage, die sich nochmal auftut.

Von dir und deinem Lachen, das du dir in den Weg gestellt hast, als es klingelte und keiner die Tür aufmachen wollte. Der Tür, der du ein Schloss gegönnt hattest gegen alle Dunkelheiten, die die Nacht auf Halde hatte, du kamst ihr zuvor mit diesem Schlüssel, dem du seinen Vornamen geliehen hattest und mein Dessert. Angesichts der Zuckermenge ein vornehmer Zug.

Der Zug, der die Einfahrt blockiert.
Die Amsel, die auf den Sommer wartet.
Der Wind, der sich noch eine Runde aufs Ohr legt.
Das Lächeln, das du hinter dem Ohr hervorzauberst.

Gelage

Zeit wär’s

Zeit wärs | © Anne Seubert

Zunehmend lichter
die Worte hintangestellt für eine Atempause
für eine Runde zwischen Schatten
für ein Bild ohne und mit und
und mehr
ich würde lügen würde ich
ganz Licht

Schatten bergend
in der hohlen Hand spielst du
den Ball zurück ins Spiel und die Sonne
über Los: einen Tag in Grund und Boden
das Schwert in beiden Händen
stundend

Minuten, die zu Licht geworden,
da du sie in den Mund genommen hast,
nicht jetzt, nicht gleich, nachmittags,
sagst du, wären vielleicht zwei frei
geschwommen wo der See die Biege macht,
zum Fluß sich krümmt, in den dein Zeh passt
wie gerufen,

Zeit wär’s!