Mitunter, da wünscht er sich, dass du ihm heimlich über die Schulter schaust, wenn er seine unsichtbaren Indianerjungen zeichnet. Dass du den Kaffeefleck zum Little Big Horn machst, den er dir auf dem Küchentisch hinterlassen hat, als er morgens die Wohnung verließ. Dass du mit seinen lose über die linke Schulter geworfenen Blicken heißblütige Briefe aufsetzt, Seite für Seite füllend, ein feierabendliches Lagerfeuer initiierend.
Gelage
Herbstens und der ganze wilde Rest

Herbstens wird meine Laune milde, meine Füße kalt. Mein Auge sehnt sich nach Gelb, dem satten, sommertrunkenen, das sich – zu allem entschlossen – dem erdigen Moos entgegenreckt. Lächelnd, ohne auch nur einen Hauch Lippenstift an den goldenen Hüften. Meine Finger richte ich inwärts, den Blick weit über’s Gegenüber hinaus, dem ich in diesen Zeiten aufmerksamer lausche.
Zeit, die Strumpfhosen unter den Rock zu ziehen und Stiefel drüber, am besten ein bis zwei Schals um den nackten Hals, bevor man das Haus verlässt. Bilder sammeln für die dunklen Tage, die sich ankündigen, die bereits anklopfen, die bereits den Himmel verführt haben zum Schlafzimmerblick: Stets nebelverhangen, scheint es, und kühl, immer ein Spur zu viel des Grauen. Eine Nacht voraus.
Ich aber bin noch nicht bereit für den nächsten Schritt, will Feuer legen, ganze Brände, ein loderndes Gelb. Atemlos sich zwischen Waden wickelnd, Baum für Baum ganze Wälder erhellend, Lendenwirbel entzerrend, Hüftgold schmelzen lassend. Nacken kraulend. Keuchen machend, jetzt, wo man den Atem wieder sieht. Wo Gräber ihren laubvollen Hofstaat zeigen und wie nebenbei die Tanzlust wecken.