Geliebte

Träum schön, Sweetie!

Morning after

Heute beerdige ich meine Lieblingsangst, Waldfriedhof, dritte Reihe links und den Frust packe ich bei der Gelegenheit heimlich mit ins Grab, Zugabe kann ich! Das Kirschkernkissen im Nacken sorgt für entspannte Rückenlage, convenience siegt immer und ich möchte, dass sie gut und tief schläft und gar nicht erst auf die Idee kommt, sich nochmal umzudrehen!

Sie hat gute Dienste geleistet, das treue Stück, fürsorglich bis zur Selbstaufgabe, hat sie sich oft vordergründig im Hintergrund gehalten und war gleichzeitig nie um einen großen Auftritt verlegen. Dramaqueen ihr zweiter Vorname! Hatte sie mir in der Vergangenheit nachhaltig die Stimme abgedreht, sing ich ihr heute ein Ständchen mit Blick auf ihre gefalteten Händchen, und die nehm ich ihr nicht ab. Ich sehe die dreckigen Fingernägel, die Hornhaut, und die durchgedrückten Knie und setze auf No tears, no Fears!

Heute beerdige ich meine Lieblingsangst. Ich habe ihr Trockenblumen mitgebracht und künstliche Tränen, der Sarg steht noch offen, aber die Augen sind zu, die Lippen verschlossen, keine Widerrede zu erwarten. Sie hat lange durchgehalten, wusste Konkurrenten stets galant auszubooten und neue Projekte an Land zu ziehen. Die gute Miene war ihre Sache nicht, Spiel, Spass und Feierabend ließen sie kalt, bis der Schweiß Prozente gab. Aber ihren vermaledeiten Purpose, den hatte sie stets bar auf der Hand.

Träum schön, Sweetie, ich wünsche dir Ruhe in Fetzen und ein langes Leben auf der anderen Seite, dont look back, hier vermissen wir dich nicht!

Geliebte

Bevor alles zu spät und wir wahr

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Manchmal denke ich an dich.
Dann erinnere ich mich, dass du
genauso gerochen hast, wie ich dich in Erinnerung hatte,
und schon
denk ich mich an dir entlang,
erst zufällig,
gelandet, da wo dein Hemd einen Knopf offen trug,
und von dort
von Lieblingsstelle zu Lieblingsstelle.
Schließlich über deine Schulter, und von dort,
mit etwas mehr Abstand wieder
weit über dich hinaus.

Manchmal denke ich an dich.
Dann fällt mir ein, dass du
gar nicht da bist, wo ich dich in Erinnerung habe,
und schon
habe ich dich wieder im Arm und dein Gewicht
wiegt so schwer wie du wirklich bist
an meiner Schulter, da, wo eigentlich nur dein Kopf lag.
Wo plötzlich ein ganzes Leben
sich breit machte, und lang und schwer,
denn ausgesprochen macht so ein Leben
ganz schön was her.

Manchmal denke ich an dich.
Dann spüre ich diesen deinen Blick,
der mich wie immer freundlich, aber bestimmt
auffädelt und,
ohne auch nur eine Wimper auf’s Spiel zu setzen,
jeden Augenblick beim Vornamen nennt und ihm Burrata serviert
mit einem Extra-Schuß süßer Crema,
und vor der Sperrstunde ein Glas von dem roten Wein bestellt,
bevor alles zu spät
und wir wahr.