Geliebte

Ride on, my dear!

Wenn dann gestern. Und ohne dich. Der du mir Fragen zwischen die Steine wirfst, auf die ich meine nackten Zehenballen setzen will, immer ein Flussbett im Blick und das Übermorgen zwischen die Backenzähnen geklemmt. Kariös geradezu.

Du aber schmiegst dich in jede Kurve, reisst das Mantra an dich, als hättest du allein es gebraut aus Hopfen und Malz und der Wahrheit der Winterflüchtigen. Dem Wettergott ein alles andere als wasserdichtes Alibi in die unbedachterweise unverhüllte Achselhöhle flüsternd, das Semikolon missachtend, das unmissverständlich aber zu leise dir eine zweite Ebene anbieten wollte.

Alles andere als schief, dafür Klammern aufreissend, die jedes Lächeln lispeln lassen und noch vor der letzten Serpentine das Halleluja anstimmen. Das Halleuja, das eigentlich dem Gipfelkreuz gewidmet, auf halber Höhe nun ins Straucheln gerät, dankbar für jedes Basssolo, das du über die Lippen bringst. Ride on, my dear!

Geliebte

Die Entzifferung des Wadenbeins

Mit nur einem Bein im Bett sagst du weit mehr über mich, als dass du am liebsten heiser schreibst, dass du in Blicke Träume pflanzt und Trampelpfade, Trampelträume nachgerade. Tragetuchschwenkend & der Welt ein Ohr leihend, in das ich meine Zungenspitze bette: tastend und dem Zittern Folge leistend, das sie goosebumps provozierend auf die Reise an deinen linken mkleinen Zeh schickt. Am Wegesrand jede Pore neckend, einzeln zunächst, dann synchron 14 auf einmal und dann doch wieder eine nach der anderen, die letzten drei wenigstens.

Einzeln wie das Stuhlbein, das dich trägt, kippelnd, vor und zurück, bis mein linkes Auge beim Hinsehen quietscht. Aber ehe auch nur eine Träne platziert, skizziert, angedacht, hat das Lächeln die Lippen übernommen. Ragt darüber hinaus. Tönt. Rennt. Tanzt. Spürt Inseln auf. Ruht zuweilen gar. Ewig linkslüstern mal wieder ich, links, da wo das Hüftbein bricht, noch ehe ich einen Fuß vor den anderen setzen konnte, da, wo der Oberarm etwas tiefer sitzt, wo auch das Herz säße, wenn es nicht den Bauchnabel auserkoren hätte als Burgfeste und immerwährende Heimat und darüber eine pulsierende Kommandobrücke geschlagen.

In deinen Blick hast du die Jahre gelegt, die den Scheitel zähmen. Den Scheitel, den die Sonne gezogen, ehe sie dich wach und mit Fernweh getränkt gen Tageslicht blinzeln ließ. Der Tag, an dem das Land einzig mehr denn artig von übermorgen spricht, als wüsste es, was da lauert, dabei kann es kaum das Seufzen deines Wadenbeins entziffern. Angebracht ist letzteres morgens, just bevor dein Wecker sein Stimmchen erhebt und du mit einem Bein im Bett noch die Jalousien öffnest und zum Kaffee einen Blick über das morgendliche Weichseldelta kredenzt und Sehnsucht nach den Morgen dieser anderen Stadt.