Gelüste

was in den sternen steht


zu lesen verlernt
was in den sternen steht
mit fingersitzen versucht
der nacht eine gute nacht/geschichte
zu entlocken, dabei über ein eselsohr
hinterm mond links
gestolpert, oder wie man da sagt
wenn fingerspitzen ins stolpern geraten
ein kitzeln, bis in den ballen hinein

grund war ein knick
ein abge(k)nicktes dreieck
das du
in einem vermeintlich unbeobachteten moment
der venus herself ans revers gesteckt hattest
mit dem auftrag schmiere zu stehen
und mir
beim ersten morgendlichen blinzeln
die botschaft in braille
ins auge fallen zu lassen

zurecht
schmunzelt die sonne
die mich out of bed kennt
jetzt aber schnell
oder hurtig
oder besser noch gleich zwei zeilen auf einmal
steno, weisst du noch?
da bin ich schon dem traum anheim
gefallen, den du
never without a plan b
o.m.u. an die milchstrasse gepinnt hattest
das orchester auf abruf
stand by me
wir waren alle mal
sterntaler

Gelüste

Kirschrahmschnitzel, Kollektivschulden und Kissenschlachten, Kunst und Feuilleton

Resonanz, sagst du, und ich ahne das Tremolo, das meine Kniekehlen ereilen wird, wenn ich heute abend diesen Moment Revue passieren lassen werde, und dein Klavierspiel, das du mir hast spontan angedeihen lassen, als unser erster gemeinsam verbrachter Tag die Segel strich, und die Nacht auf sich warten ließ. ‘En garde’ steht auf dem Kissen, das deine Träume herauszufordern versteht, als hätte es das studiert, als entschiede Weichheit über Zugkraft und ein Kleid aus Baumwoll-Leinen in zurückkaltendem Grau-Melange über alle Schuldenfreiheit entscheiden.

Deine ungepflegte Anmut hatte mich bereits am Morgen den Blick immer wieder deine Silhouette entlangtasten lassen auf der Suche nach ihrer Quelle, die zu finden, sie vermutlich gleichermaßen erklärt wie zerstört hätte. Das Kirschrahmschnitzel, das dir auf der Karte als erstes auffällt, verbirgt seine Kalorien nur notdürftig unter deinem liebsten Steinobst, mir offenbart es seine Schweizer Wurzeln im Rahm, der auch dem Zürcher Geschnetztelten immer viel besser zu Gesicht steht als unsere Sahne, ganz egal ob erste oder zweite Wahl, liebes Feuilleton, fügst du meinem unausgesprochenen Heimatgefühl hinzu.

Die Schlacht, die wir um Mitternacht eröffnen ist eine, die über uns hinausragen, von uns erzählen, über uns richten wird, das verrät der erste Kuss bereits, der nur in Gedanken deine Unterlippe um das entscheidende Grad nach oben ausrichten wird, öffnen, nennt das der Volksmund, ich behaupte, es ist weit davon entfernt und würde auch nie einem Ton die Tür aufmachen, geschweige denn einem Wort den Weg anbieten. In deinem Angebot hast du eine Hand, was sag ich, zwei, auch vor Mitternacht bereits. Nach Mitternacht aber kennt sie den Weg auf mein linkes Hüftbein, fragt scheu nach dem Weg, entziffert die Zeichen, die erst dann sichtbar, wenn mein Ok steht und das Willkommen auch in deiner Sprache leuchtet und deinem Daumen eine Brieffreundschaft anbietet.