Gelüste

heimliche aussicht

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körper bist du mir, meine haut bei der hand nehmend ohne führen zu wollen. deinen blick baden lassend in mir, schmiegst du deine teile in mein ganzes: wonne und mut auf und zwischen membrane flüsternd, die mehr seide denn garn, mein fassungsvermögen auf das zärtlichste herausfordernd:

zwischen den körpern einen atem pulsieren lassen, der zwei lungen füllt und ausspricht, was fühlbar wird sobald du dein herz greifbar werden lässt: ankommen, keine verlegenheit nötig haben, kein schild; tastend die aussicht genießen, daumendick den schatten raum gebend nur um die nähe herbeisehnen zu können.

gehen lassen soweit die nacht trägt und wenn er übermorgen heißt. ein tiefes tal der dämmerung aushebeln, mit blicken die hänge aufforsten, mulden aufspüren, wimpernverhangen und dem wellenschlag nachgebend, mit dem du heimlich den see zum zittern gebracht hast, einen strand vortäuschend.

schliesslich: den spiegel um den kleinen finger wickeln, mir eins und dein herz anfassen, handzahm werden lassen, die bloße wange voran. wer schneller sinkt, duscht zuerst und dann gibt’s auch kaffee ans bett.

Gelüste

c/o Lispelnde Nächte

wir stiegen der stadt aufs dach und – verschwanden. die stadt lispelte noch, die tür öffnete noch nicht, der malbec ahnte noch nicht einmal, dass er den geschmack deiner lippen prägen würde und deinen worten je ein schlückchen patina unter die serifen. die haut wagte kaum zu atmen aus angst etwas zu verpassen, jede pore auf empfang, jedes schauern auf lautlos kalibriert.

und dann kam dein blick plötzlich vom weg ab, flüsterte heiser obwohl ausser uns keiner im raum, hielt den kellner in schach und uns matt. ein gezinktes zögern öffnete fenster hinter türen, muster hinter mauern und den raum zwischen deinen ellbogen auf lebenszeit.

als die küche rief, lächelten wir somnambul, zogen die angebotene treppe erst auf nachfrage in betracht, die schuhe auf der obersten stufe wohlweislich vergessend. die schönheit der nacht offenbarte sich erst im untergeschoss, da warst du bereits satt und ich verstummt, die dämmerung nah und der nachtisch als einziger weiterhin unberührt.