Gelüste

Zwischen Wunsch und Zärtlichkeit

Vogesen

Einen Fluß namens Wiese parken, gleich da wo der Weg beginnt und du den Fuß sinken lassen möchtest in Wonne und Wohin und einen Berg Landschaft an deine Hüfte schmiegen, einen Hügel anfüttern, Heublumen säen, muldenweise, den Himmel um Käsebrote bittend und den Abend um Geduld. Viel Geduld und eine Schippe Anmut.

Einen wie dich hochnehmen, durch die Schlucht hindurch und dann steil am Seil, da wo der Gletscher kalbt und einen Horizont weiter noch, der Wand den Rücken schmiegen, da wo die so lang gehen, die eher tief stapeln und die ich immer schon mal anbaggern wollte: Seen, immer eine Nuance heller als geplant, immer eine halbe Oktave tiefer, eine Uferlänge Abstand.

Das Wetter um den Finger wickeln und die Luft in Wellen abführen, Wolken genüsslich abwatschen und den Bogen so weit spannen, dass alles reinfällt, was Flügel und alles draufpasst, was zu Fuß unterwegs, oneway versteht sich, wir sehen uns da wo unten oben, meine Arme noch eine Runde offen und der Weg noch ein Stück Käse auf der Lauer liegen hat!

Gelüste

Der nächste Absatz

Ein Wort hast du mir mitgegeben in diese Nacht, die nicht beginnen will, ehe der Vorhang fällt, den ich absichtlich zu Seite schiebe bis der Blick hinter den Horizont fällt, da wo du einen Strand versteckt hast, den ich erst finde, als ich das Wort ausspreche, vorsichtig zischen zwei Lippen und ein Glas Gin geträufelt, das Eis mit der Zunge beiseite schiebend, so dass erste Konsonanten sich die Ehre geben, eine Silbe zu formen, die dich zum Lächeln bringt: Enchantée, my dear, der nächste Absatz ist dein!

In Paris brennen Autos und im Hotel nichtmal der Ofen, den ich auf Kachel gesetzt, sagst du so leise wie möglich und weist mein Ohr damit an deine Schulter, den Bogen schlagend, den dein Herz als Kurve interpretierend zur Schnellwahltaste kürt und asap den Nachtisch bestellt: Zwei Mal den Ausblick ans Meer und die Landung in deinen Armen bitte, kein Rückticket vonnöten, dafür das Fingerspitzengefühl auf einem Extra-Teller und ohne Realitätsbezug, zwei Kissen und die Leselampe und Frühstück für drei. Mindestens.