Gelüste

Zu früh gefreut

“Pornös” habe ich am Wochenende beim Jugendsprache-Vokabeltest gelernt. “Dir wachsen Ohren aus den Haaren” selbst erfunden. Sonst wenig bis kaum albern gewesen, zwar ein paar Sonnenstrahlen eingefangen, leider aber falsch abgespeichert. Es bleibt also noch ein paar Tage Winter zwischen Kopf und Fuß. Was schade ist. ziemlich sogar. Hello is not like I would say Goodbye.

Der Boden war nämlich aufgelockert worden, mit Spitze und Hacke, fast möchte ich sagen er f(roh)lockte geradezu. Dabei leider versäumt, den Neid zu vergiften. Alles, aber auch wirklich alles färbt er bittermandelscharf. Lässt keinen Krokus blühen, raubt noch dem letzten Schokoladenei die Unschuld samt Sommerkleid und Spitzenunterwäsche. Macht Knie zu Beulen und Lust zu Gier. Verschluckt sich noch an der schüchternsten Silbe Zärtlichkeit.

Hinfort ist das Beben am oberen Magengraben, und der Rhabarbersaft sprudelt auch nicht mehr den Glasrand überbordend. Es ist nicht so, dass ich nicht gewollt hätte, ich hätte sogar das Haar blond und die Fingernägel knallrot angemalt, ich hätte das Gummiboot entführt und die Herzklappen fensterladenweit aufgestoßen. Allein, schon der Blick aus dem Fenster offenbart der Innensicht Einsamkeit en masse und ein Außen, das mich nicht trägt. Zieh ich das Knie eben wieder ans Kinn und bete, die Mauern mögen noch ein wenig halten, porös wie sie sind.

Gelüste

Mit den Waffen des Meeres

Zwischen meinen Zehen halte ich meine Träume versteckt.
Ringförmig engumschlungene Pakete, die Zündschnur endet unter meiner Ferse.

Doch solange ich der Realität weiterhin nur auf Zehenspitzen auf die Füße trete droht uns beiden keinerlei Gefahr. Nicht einmal Glück.

Es bleibt das Warten auf den mit den Waffen des Meeres bestückten, voll von Wonne und Gischt. Es bleibt die unerträglich rastlose Ruhe vor dem Sturm.