Gelüste

Dekolleté, ansatzweise pointiert

Am innersten Rande Identitäten getauscht, in der scheibengeputzten gleichwohl ausufernden Mitte aber: rumort. Rumort als wären Köpfe Setzkästen, als gäbe es Raster, als wäre dies der Trailer. Erklärt. Geschwiegen. Auch deutlich. Und hoffentlich verständlich. Dabei: In der Halsmulde unterhalb des Kinns sich reiben, gegenseitig und immer noch einmal, am liebsten im Kreis. Konzentrisch Röte erzeugen bis Stoppeln sich bilden, Widerhaken, verführerisch wie ein Dekolleté, das unvermutet bloßliegt als nur der oberste Mantelknopf eigentlich geöffnet, ach Sie wissen schon, so ein rundes, Fernweh anstimmendes Bergland. Hörnerne Fibrillen gezüchtet bis sich ein Hohelied anstimmen ließ, so imaginär wie zärtlich, Gischt wie Glut produ-, Kniekehlen provozierend.

Inder zweiten Halbzeit dann Tūmatauenga neu erschaffen zwischen Laken, schwer wir Asphalt aber anschmiegsamer, und ihm den Fehdehandschuh gereicht. Den erwiderten Handkuss nonchalant zurückgewiesen: Ich begehre Rosenkohl-Animationen stattdessen und zwar sofort, reibeisenstimmend von unterm Bett und bei zugezogener Gardinenpredigt mit der Aussicht auf Ribisl-Torte auch und gerade im Ausschnitt. Zur Off-Stimme verramschte Spaghetti-Western zwischen zwei Wimpern bilden ein Panorama das Wesentliches mit einer Lässigkeit gleichzeitig zu trivialisieren und zu rekonstruieren weiß. Die Librettos im Handschuhfach glänzen durch gerade hinterm linken Ohrläppchen fühlbare Präsenz, nur doppelt fremdfingergetupfte Lotion – morgens Elmex, abends Aronal – reinigt den Gehörkanal wirksam von auf Dauer störender Fauna und funktioneller Musik.

Es bleibt die Bitte um einen Punkt. Einen Fluchtpunkt mit leibeigenem Ruhepuls, ein antoneskes Pünktchen mit mattissiger Heiterkeit.

Gelüste

Cirque de cire

Wenn einer mal abtauchen mag, aus dem Tag raus, an der Nacht vorbei rein in die Welt des nichtsdestotrotz und surreal – auch egal. Wenn einer mal den Mund aufreißen mag vor Staunen, Gänsehaut bekommen vor Staunen und blaue Zehen vom eilig wegtrippelnden Nachbarfuß. Wenn einer mal nach oben, statt nach vorne, nach rechts und links zugleich und möglichst auch noch nach hinten unten, weil er mittendrin steckt.

Wenn einer sich sagt Cirque du soleil ist ja ne tolle Idee, nur leider viel zu kommerzialisiert, viel zu kitschig, auch viel zu sehr auf Effekt und eigentlich schade dass. Viel zu aufgesetzt und gibt es das nicht in klein und schnuckelig, ich will doch berührt werden und mitgenommen und vielleicht ja sogar mit ohne Popcorn? Und müssen diese Stuhlreihen mich einzwängen und was wenn ich lieber Platz 17 statt 3 sitzen will und überhaupt sitzen, ich will mich bewegen. (Ich will Zirkus, Oper, Theater und Märchen.) Dann sei ihm ein Ausflug inaufneben die Bühne von Pan.Optikum ans Herz gelegt.