Gesuche

One weekend a day

Der Woche einige Lidschläge zu lange ins Auge geschaut, ein paar Tränensäcke zu tief und zu hoch gestapelt, der Klinge den Schneid zu billig abgekauft und den Haaransatz zu tief in den Nacken geschoben. Mal wieder. Da blieb dann nur Keksebacken bis das Mehl sich vergeblich räusperte und der Zucker Fäden spann, bis Butter und Konsorten die weiße Fahne hißten und der Regen der Ofenwärme wich.
Und dann war auch plötzlich Wochenende, offensiv in Kaffeedüften leuchtend und den Rocksaum verführerisch aus dem linken Ärmel zaubernd. Rien ne va plus schnurrte der Wecker einige Stunden zu spät und sabberte einige fallen gelassene Jetons griesgrämig in die nur nachlässig gereinigten Aschenbecher. Hinfort waren Radioschnulzen, es galt die russische Seele zu bezirzen mit kaminroten Versprechen und schwarzem Rollkragenpullover, mit wippendem Schlüsselbein und lasziver Gürtelschnalle.

Morgen bitte nur Nachmittag und Morgendämmerung, eine Hand zum Tanze bittend, eine Unze Seligkeit, und das 24 Stunden am Stück.

Gesuche

Leck in der Grundwasserversorgung

Man gebe mir Müdigkeit, nur eine Unze, und eine Tasche Wut.

Und dann doch wieder der Süße die Kraft entzogen, versuchsweise, wieder und wieder, bis die Nacht dem Tag unter die Decke folgte. Schuss für Schuss die Lider gehoben und die Wimpern beseelt, nur um dann einem neuen Hohlraum gegenüber zu stehen. Jenseits von High mein Bündel geschnürt und die Pedale gen Westen getreten, die trockene Stulle im linken Mundwinkel festgefrierend. Durst as Durst can, aber auch der kann neuerdings warten.

Dem Busfahrer beim dritten Überholmanöver ein Lächeln geschenkt und ihn an der nächsten Kreuzung lustlos geschnitten. Angekommen, drei Stapel Blätter geschichtet, umgeschichtet, zur Spätschicht verdonnert und wortlos die Grafik zur Übernahme gedrängt. Vier sind mindestens einer zu viel, wir wissen es alle, wie wir wissen, dass Worte fehlen, Worte und Zungen, Finger auch. Nägel. Reibungskräfte hingegen schwelen unterrindisch, allein die Borke hält. Milch ist auch keine Lösung mehr.

Das Logo geritzt, lorbeerumkranzt in die Tischplatte gestampft, in die Wildledersohle des besuchenden Ölscheichs, ins Petit Four auf dem verwaisten Frühstücksteller im Büro nebenan. Acetone ins Telefon atmend, unschlagbare Angebote verkündet mit tonloser Flötenstimme und irrwitzigem Aberglauben in der Ellbeuge. Dem Praktikanten das Mittagessen geneidet, der Kollegin ihre Zukunft, dem Chef den Mut. Drei Hallelujas später einen erneuten Blick aufs Display gewagt und prompt bereut. Statt ins Bett zu Mister Aufziehvogel in den Brunnen gestiegen.

Im Vokabelheft erste Zweifel am körpereigenen hydraulischen Potential notiert und im Affekt eine Normalnull jenseits aller Spiegelebenen entworfen.