Gegenwart, Leise Vergnügungen

Leise Vergnügungen X

Leise Vergnügungen | © Ånne Seubert

# Den Geist für seine Anwesenheit loben.
# Dem Sucher der Kamera das Antlitz des verschlafenen Spätsommers entlocken.
# Den See beim ersten Besuch bereits duzen.

# Der Wirklichkeit eine Szene machen.
# Der Blumenfrau einen Kuchen vorbeibringen, den mit den ersten Zwetschgen. Dem Bäcker Blumen.
# Mit dem eigenen Bauchnabel eine Existenzberatung durchführen. Ergebnisoffen.

# Zwischen Träumen und Wachen den Hut rumgehen lassen.
# Den Tag kommen lassen. Dich abholen. Mich mitbringen.
# Den Momenten auf nackten Ballen begegnen.

# Der Nacht so nahe kommen, dass das Zittern der Sterne offenbar wird.
# Der Wonne einen Guten Tag wünschen und mich damit heimlich zum Abendessen einladen.
# Luft holen, von der guten, und mich selbst damit von innen wachkitzeln.

Leise Vergnügungen III, III, IVV, VI, VII, VII, IX.

Gegenwart, Leise Vergnügungen

Leise Vergnügungen IX | Sommeredition

Lauschen | © Anne Seubert

Die Gedanken ausschlafen lassen.
Den See umarmen.
Dem Gras beim tanzend Flüstern zuhören.

Die Augenlider fallen lassen.
Dem Herz einen Tag der offenen Tür widmen.
Das Ufer in den Schatten stellen.

Der Sonne ein paar Strahlen entführen, leihweise versteht sich.
Die Zeit zum Versteckspiel auffordern.
Schulterbeine und Schenkel bloß legen.