Gedanken

Und führe mich…

Tricktrack ist Jahrhunderte alt; unklar ist, wann sich der Ausdruck Bredouille entwickelte (Codex Manesse, 14. Jh.)
Tricktrack ist Jahrhunderte alt; unklar ist, wann sich der Ausdruck Bredouille entwickelte (Codex Manesse, 14. Jh.)

 

Und führe mich…
Und führe mich nicht in Versuchung, führ mich nicht ins Verderben, führ mich rein ins Vergnügen, dahin wo das Ü das G verführt, wo dem U-Umlaut ein vorlauter Gluckser entkommt, in diesen Zwischenhalt kurz vor dem Konsonanten führ mich.

Und hüte mich …
Und hüte mich vor dem Bösen. Vor dem Bösen hüte ich mich, auch vor dem Großen, vor dem Lauten, dem vermeintlich Einfachen, vor dem Unbehüteten hüte ich mich, zieh mir die Mütze tief ins Gesicht und krempel einen Kragen, der meine Schultern trägt.

Und wage mich …
Und wage mich unter den Radar, ins Gebet und über den Jordan. Wage mich vor, weit vor, vorwärts immer, auch wenn die Retourkutsche schon bereit, wenn der Rückweg deutlich vertrauter und der Horizont noch nur in der Glaskugel ahnbar. Sei Licht mir und Schatten und Waage, wenn das Gewicht aus der Bredouille kommt und das Glas sich klärt.

 

Gegenwart

Typ Nebensaison

Boot | © Anne Seubert

Du brichst das Licht wie einen Kanten Brot
bis der Morgen die Hüften öffnet,
Asana
Zwei Stücke, mit Butter und Salz
Proviant für einen Moment zu zweit.

Ich lausche deinen Hüften,
Geschichten zur guten Nacht,
Frieden auf deinen Lippen,
da wo die Unterlippe sich wölbt
halte ich Rast:

Einkehr in eine Stille, die auf der Hand liegt
über uns herein und zusammenfließt,
eine Flut wie gemacht zum Untergehen
zum Stranden an deinem Blick.
untreu, sobald das Licht sie trifft.

Das Brot hat Kruste gelassen
gesplittert da, wo sich das Hell verborgen hielt
wo Himmel und Erde sich gute Nacht sagen
a la minute:
Dein Schweigen, das uns zum Gespräch einlädt:
Willst du mich kennenlernen?