Gegenwart

Was darf ich hoffen?

Wo bist du nur, wo versteckst du dich, wo steckst du fest, und wenn ja unter welchem Namen? Mut? Hoffnung? Zuversicht? We are in the business of cultivating hope, eröffnete letzthin eine Frau ihren Vortrag und ich weiß nicht, ob ich in einem Raum sein möchte, in dem Hoffnung ein Businessmodell, der Aufruf aber verfängt sich: Sei die Zuversicht, die du vermittelt bekommen möchtest!

Sei der Mut, die Wut und das letzte Quentchen Instantsuppe, das die Lebensgeister wieder in die Senkrechte bringt, auch wenn alles verloren scheint.
Sei der Freund, der die Hand auf- und die Gerichtsvollzieher fern., die Schulter bereit und das Ohr offenhält.
Sei die Liebe, die nicht in die Knie geht, nicht bei Weltuntergang, schon gar nicht bei Zweifel und erst recht nicht jetzt.
Sei der Strand, der das Meer aufnimmt, ganz egal aus welcher Himmelsrichtung es angestürmt kommt und mit welcher Welle!

Was hält dich ab, was lähmt dich, was lässt dich deine Kraft verleugnen und dein Gesicht in Zornesfalten legen? Angst? Schrecken? Mangelernährung? Lass uns der Erde eine Ode angedeihen, der Welt ein Ständchen singen, der Gegenwart den roten Teppich ausrollen, dem Moment den Hof machen und der Gemeinsamkeit Tür und Tor öffnen. Wir sind gar nicht so alleine, ein Wort genügt und wir teilen den Atem, teilen die Stimme, die Aufmerksamkeit, den Moment und zumindest den Versuch, das Gleiche zu meinen oder zu verstehen. Teile dich mit!

Teile das Wort, das dir fehlt, das Kompliment, das dir willkommen wäre, das Gedicht, das alles ausdrückt, was du gern gesagt haben möchtest.
Teile das Buch, das dich nachts wach gehalten, auf Gedanken gebracht und in fremde Lebensentwürfe entführt hat.
Teile die Autorin, die den Mut besitzt, die Dinge beim Namen zu nennen, und die Sprachfertigkeit, sie adäquat in Worte zu leiden.
Teile dein Ohr mit denen, die dir Mut zuflüstern, dir ihr Geheimnis anvertrauen oder ihre Geschichte erzählen mögen.

Was bewegt dich, wenn du starr vor Schreck und erschöpft den Tag revue passieren lässt, die Treppe nochmal hinabzusteigen und der Stadt schöne Augen zu machen? Trotz? Sehnsucht? Ein nimmermüdes Herz? Breathe! Trust breeds magic and friendship helps magic growing up! Es mag nicht an jedem Strand ein Schloss gebaut werden wollen und nicht jeder Weg entsteht bei dem Schritt, den du dir als nächstes vorgenommen hast, aber poetisch zu denken heißt auch, jeder Zeile ein Happy End zuzutrauen, erst recht der letzten!

 

Gelüste

Mut zur kleinen Zartheit

zwischen nie und nimmer ein vielleicht für immer schmiegen: den daumen in die wunden punkte legen, da wo das arge das muntere auf ein schäferstündchen trifft, während ich zweifel wie einen sack flöhe hüte, den du beim ersten blinzeln zum umfallen bringst, den kommenden tag auf die leichte schulter nehmend, die spätschicht heuer mal links liegen lassend, und der nacht einen blankoscheck ausstellend, en passant. durch diese hohle gasse musst du kommen, was wollte ich widersprechen, ich wagte nicht einmal b zusagen, geschweige den a und blieb unangekündigt beim du, dass wir adoptiert hatten bevor die tinte trocken.

zwischen mal und wieder einen blick aufhalten, der das weite bereits suchte und sich dann doch zu nähe verführen ließ, den punkt verdoppeln und stille anfügen, von dieser weisen, dichten, die das ja hält, das der raum inweiser voraussicht versprach. der raum, den du betrittst, leichten fußes und schweren mutes zugleich, wenn der mond auf schicht und du so blutt und bloß wie ein alleinstellungsmerkmal neben mir liegst. die dna schmunzelt noch ins kopfkissen, da hat dein großer zeh mich längst erobert, ohne dass dein herz davon weiß ist deine seele heimisch geworden auf meiner see, die nächste flut trägt uns an land, auf sicht, sagst du und ich schließe mich an.

die ruhe anrufen, vier mal klingeln lassen und kurz vor dem auflegen doch noch die linke handinnenfläche reservieren, nur um bei ankunft den handrücken draufzulegen und den kleinen finger entdecken, der so nicht mitkalkuliert war. kurzerhand die reisekostenstelle in die leitung holen, rebriefen, eine fangfrage lancieren, die bedenkzeit für eine durchatmung nutzen und dann vorsichtig, an der kuppe beginnend, langsam und noch langsamer genüsslichkeit entwickelnd, den nagelrand abtasten, um den kleinen finger schließlich auch noch an bord zu holen. daumen hoch: jetzt habe ich uns aus der leitung und in der zarten hand.