Generika

der Welt einen Apfel anbieten

Ich fühle mich in der ganzen Welt zu Hause, wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt.
Rosa Luxemburg (1871 – 1919)

Gegen jede Vernunft
dem Anfang vertrauen
ohne Wenn und Aber
fürsprechen, zutrauen
dasein

Gegen jede Vernunft
dem Menschen vertrauen
dem auf dem Weg
und dem im Spiegel
auch

Gegen jede Vernunft
der Gegenwart vertrauen
der Welt einen Apfel anbieten
dem Apfel einen Kuchen
mit Obers

Gegen jede Vernunft
der Melodie vertrauen
dem Rhythmus sich hingeben
jedem Atemzug eine Zukunft unterstellen
komme wer wie was wolle

Gegenwart

Regeln aus Regen

Der Regen tropft dir das Meer auf die Stirn
flicht dir den Fluss in den Nacken

Der Regen möchte anonym bleiben
und stellt sich doch mit jedem Tropfen vor

Der Regen bringt die Stadt wortlos zum Schweigen
füllt die Vorräte während alle anderen längst ernten

Der Regen fordert keine Entschuldigung,
er droht selbst gerne mit Abwesenheit

Der Regen zwingt dich, dein Schiff zu bauen
noch vor dem Haus und dem Kind und dem Baum, den du immer pflanzen wolltest

Der Regen nährt den Medizinmann in dir
lehrt dich Großzügigkeit und Streuverlust und dem Wasser im Regenbogen die Tür offen zu halten, das man nur bei Sonnenschein sieht

Der Regen tauft dich auf deinen Namen
der aus dem Poetischen stammt und nur im Wasser aussprechbar wird: auf Zehenspitzen