Gedanken

Kant, Kunst und Kritik

Ist das Kant oder kann das weg? | © Anne Seubert

Ist alle Kunst Kritik an der Realität?
Ist das Grau des Novembers Ausdruck seiner Ungeliebtheit oder vice versa?
Ist das Wetter Wunde oder Freudentaumelspitze des Himmels?
Willst du geliebt oder gelobt werden?
Ist deine Berührung Frage oder Antwort?
Ist die Woche ein Sieben-Tage-Rennen oder ein Gefäß?
Ist Demokratie Geschenk, Suggestivfrage oder Herausforderung?

Ist das noch Genuss oder schon Pflicht?
Ist das Rot eine Frage des Gelbs daneben oder der Luftfeuchtigkeit?
Ist alles Fühlen Wissen oder weiss ich einfach das Denken nicht zu separieren?
Währt aller Anfang bis zum Ende oder darf ich vor der Pause gehen?
Ist das der Plan oder ist der Plan der Boden, auf dem du stehst, wenn du gehst?
Ist deine Hand eine, die hält oder eine die zeigt, wo es lang geht?
Ist das Kant oder kann das weg?

Ist das Wasser zum Weinwerden gemacht oder darf ich das trinken?
Ist der Morgen meiner oder hast du schon was vor?
Ist der Flieger einer der abhebt oder einer der landet?
Will deine Stimme tragen oder trennen?
Ist Kritik Orientierung oder Positionierung?
Ist das noch Leben oder schon Sterben und ab wann kippt das?
Ist das der Wind oder die Ruhe vor dem Sturm und kommt da noch was?

 

Gegenwart

Aufwachen und dem Tag schöne Augen machen

Aufwachen | © Photo via Good Free Photos

… und sich mit geschlossenen Augen noch in den Tag tasten, spüren was mich erwartet, spüren auch, was ich aus der Nacht mitgebracht habe. Erstmal leise Töne anschlagen beim Formulieren der Tagesroute: Wohin soll es gehen? Wen möchte ich mitnehmen? Hat der Tag seine Pläne schon preisgegeben?

Das Innenohrwetter abhören, die Gemütslage besprechen, erstmal nur mit mir, und das Nervenkostümchen aufbürsten. Musik für die ersten Stunden raussuchen, Feuer machen. Den Augen einen ersten Blick raussuchen, behutsam scharf stellen und der Welt Konturen zugestehend zunicken.

Auch einen Kaffee? Lieber Tee?

Dem Tag in die Puschen helfen und mir aus den Träumen. Hängt da nicht eine Sonne hinter den Wolken? Wärmt das Blatt da am Baum vor dem Fenster sich nicht gerade auf für den Wind, der sich für einen Besuch am frühen Nachmittag angekündigt hatte?

Schließlich die Decke zurückschlagen und sich eingestehen: Mit die schönste Zeit des Tages, n’est-ce pas?