Gelage

Juninächte mitohne Mond

Nicht einem Post das Recht oder auch nur die Möglichkeit, die Ahnung der Möglichkeit, geben, er könne der letzte sein. Stattdessen nachts nackt auf dem Balkon, einen halben Hintern auf dem Canapé, ein wonneproppenes Nutellabrot in der linken Hand, Gedankenrudel willkommen heißen. Vollmond, ich hör dir trapsen, aber noch ist Sturm.

Je näher der Sommer, umso schweratmender die basilikumtrunkenen Nächte, umso deutlicher die Spuren, die der bare Ballen auf dem aufgewärmten Balkonboden hinterlässt. Nachts gießen hält Topfpflanzen und Gedankensprösslinge grün, auch hinter den Ohren. Das macht ausreichend Mut, auch am nächsten Tag das Bett zu verlassen, trotz entblößender Helligkeit und lauerndem Telefonklingeln.

Wenn der Weg dann weiter und die Luft knapper, blüht die Lunge flügelweise auf, Tulpen zu beschämen, Windrosen zu schächten und keucht ein Lied. Sie aber bleibt, summt gottverlassen das Lied der noch fernen Morgendämmerung. Einer sagt , sie drapiere sich. Sie aber weiß um den Genuss der Stunde zwischen 02:00 und 03:00 wenn der Tag noch fern enough, um keine Angst zu machen.

Geliebte

alles egal, denn du lebst

Groß ist er nicht geworden. Nicht noch größer jedenfalls. Immer noch viele Jahre jünger, aber ein Mann jetzt. Der Akzent ist immer noch der Gleiche, immer noch nur manchmal hörbar. Zwischen den Zähnen, wenn die Empörung der Contenance eins auswischt. Dem Himmel sei dank. Und dann sitzen wir auf einem Sofa, ich auf dem Trockenen, er bei Whisky Sour und die Nähe wächst. Wächst und gedeiht. Füllt den Raum um, die Leere in uns. Macht sogar meine Hände warm.

Sieben Jahre sind mindestens sechs zu viel des Schweigens und die eine Umarmung zum Abschied mindestens sieben zu wenig. Mit Worten streicheln, war fast alles was möglich war. Und ein liebkosendes Lächeln. Alle paar Minuten in das beredte Schweigen gestreuselt. Auch viel gesagt, natürlich, mitohne Worte. Geteilt, das Erlebte, Erwünschte. Das Versäumte auch. Und das Schmerzende vor allem. Nichts beschwiegen.

Ein wenig mehr Zeit hätte sich auch die Sonne mit dem Untergehen lassen können, der Regen mit dem Fallen. Das Gewitter kam erst recht unangemessen, und eigentlich alles, aber egal, denn du lebst.