Gestern

Verkörperung der Leblosigkeit

zur Musik der Musen.

…du bist müde, gräbst dich ein und beschließt für alle Zeiten…
Gut, das vielleicht nicht, aber hundeelend mal wieder alle Kontakte abgebrochen und mich selbst verdammt, beim Luft schnappen immer wieder feststellend, dass mich dieses mein sogenanntes Leben – na, Sie wissen schon! Und dann ist da ja auch immer gleich die Scham und deren große Schwester Vernunft (die mit dem dicken Zopf).

Es bleiben probennehmende Bodenspekulation, nostalgische November-Rezeptionen als Ära der inneren Einkehr und der Rhythmus des Raums ohne Schaffung von – beispielsweise belebenden oder auch nur ästethisierenden – Kontrastwirkungen. Es bleiben Fließ- und Fließ und Standdemonstrationen, ausnehmlich innerhalb der eigenen Silhouette, nicht weniger überzeugt. Es bleibt die unausgesprochene Verehrung des, sonst häufig Architekturstudenten vorbehaltenen, Kollektivs Hinkefuß (Dessau, 1952: 2. Preis). Auch bleibt das Ringen um Selbstironie, um mäandrierende Haarsträhnen als auditives Moment nach Musenmanier (Der Trick besteht übrigens nicht darin, das Haar zu voluminisieren, wie L’Oreal und Co, das so tatkräftig auf Litfasssäulen füllend zu propagieren suchen: Noch nie so viele Blicke und Kontaktsuchen geerntet wie heute mit bis zur Unkenntlichkeit angegeltem Haupthaar).

Überhaupt, Musendeutungen, wahlweise nach Macrobius, oder als Instrumentalensemble, mit u.a.Kalliope zur Verkörperung des kosmischen Zusammenhangs, das kosmische Konzert der Sphärenharmonie darbietend, das seinerseits dem – nach einer Anhäufung von Tugenden verdient gemachten – Alter vorbehalten.

PS: Dank geht an Ole für den musenverführenden Soundtrack und die Humboldt’sche Fachschaft Kunstgeschichte.

10 Gedanken zu „Verkörperung der Leblosigkeit“

  1. T.M., Nachwuchsheld sagt:

    Das Frollein kopffüssler, scheint mir, ruft geradezu nach einer kleinen novemberesquen . Also bitte einen Tennisschläger zur Hand nehmen, sofern keine geeignete Luftgitarre greifbar, und in Filzpantoffeln ausgiebig durch die Wohnung springen, ruhig auch im Kollektiv, es befreit ungemein, ehrlich …

  2. King Fisher sagt:

    Umwerfend übrigens, das gegelte Haupthaar. Besonders mit diesem Lippenstift!
    Ich für meinen Teil werde in den nächsten Tagen wohl auf Haargel verzichten. 😉

  3. monolog sagt:

    Der Humboldt’schen Fachschaft Kunstgeschichte gehöre ich ja immer noch an, obschon ich keine einzige der Vorlesungen bislang belegt habe, sondern bereits aus verschiedenen, nicht interessebdingten Gründen die Waffen schon beim ersten Tutorium warf.
    Trotzdem: Gern geschehen 🙂

    Schöne Farben, schöne Strümpfe. Wie wäre es demnächst mit einem Museumsbesuch zur Beendigung der Kontaktabbrüche?

  4. kopffuessler sagt:

    Solange Sie nicht auf den Lippenstift verzichten, werter K.F.!

  5. kopffuessler sagt:

    Ach mademoiselle monolog, ich habe Sie schmerzlich beim Absolvententag derselbigen vermisst!
    An einem bestrumpften Versuch an Ihrer Seite hätte ich bestimmt bald wieder Vergnügen. Einstweilen kann ich Ihnen auch den oben facettierten recht freundlich ans Herz legen – eine von Berlins unterschätzten grünen Seiten!

  6. kopffuessler sagt:

    T.M., du gingst doch glatt als Spam durch, verzeih!
    Rumspringen ist grad nun wirklich nicht, kriechen ginge notfalls, aber da ist der Effekt wohl nicht derselbe, hm?

  7. kfsch sagt:

    das neue gewand gefällt mir!
    … wenn begleitung für einen besuch des pankower botanischen gartens gesucht wird, ich wäre bereit

  8. kopffuessler sagt:

    Obacht, ich komm drauf zurück, monsieur “ohne Konsonanten”!

  9. kfsch sagt:

    na hoffentlich!

    & bald

  10. mkh sagt:

    Schöne Bilder! Das Grandiose der Welt zeigt sich im Kleinen. Eigentlich aber nur im Blick dafür. Denn gäbe es einen lauten Aufschlag, wenn niemand den Baum fallen hörte? Eben nicht, deshalb weiterschauen, bitte, ob Nebelherbst oder nicht.

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