Gestik

Tête-à-tête-to-go

Und dann fragte er eben doch nach den Tagen vor dieser Nacht, vor diesem Zittern. Fragte nach den Mauern in meinem Blick, nach der Unlust in meiner Stimme. Wollte bis auf die Nieren prüfen, was vor dieser Nacht Leib war, mit Blut und so. Ahnte nicht, dass Ringelstrümpfe nicht zwingend Bein, Hut nicht zwingend Kopf und Silhouette nicht zwingend Körper bergen. Stöberte also vergebens nach den Ozeanfetzen zwischen meinen Zehen, verschwendete, immerhin satzweise gebündelte, Zärtlichkeiten an meine tauben Fingerspitzen.

Regennass nicht nur die Oberlippe, nein, bis zur röchelnden Kniekehle straßenwasserumspült wird durchgehalten. Und doch, er weiss nichts von diesen Begegnungen mit einem Morgen, dass vor Hoffnungshunger starr und grau. Er ahnt nicht, dass Fragen beim ersten Date mindestens verpönt, die seinen bereits aktiv würgereizfördernd. Er liest seine Floskeln vom Blatt und hat doch den Haaransatz an der richtigen Stelle. Eine Stimme wie warmer Strand. Einen sinusorientierten Atemrhythmus.

Und dann ist alles ganz einfach, die Klinke schon in der Hand ist Preussisch Blau beim nächsten Schritt wieder mehr als ein anorganisches Pigment. Vor dem Haus wäscht der fürsorglich weitertröpfelnde Himmel jeden Gedanken auf die Ersatzbank, die Blätter von den Bäumen und mich in einen zwar nicht mehr jungfräulichen aber noch ausreichend stundendarbietenden Tag.

2 Gedanken zu „Tête-à-tête-to-go“

  1. mkh sagt:

    Natürlich branden unsere Ozeane ohnehin in uns selbst. Wozu an fernen Küsten suchen?

  2. kopffuessler sagt:

    Auch in uns, mkh, aber Gischtproduktion ist oberstes Prinzip, Brandung zuweilen nur Mittel zum Zweck.

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