Geliebte

Glaube, Liebe, Sachzwang

Als ob!
Als ob deine Augen mir erzählen würden, was sie leuchten lässt, wer seinen Schatten zwischen uns wirft, oder auch nur auf welchem Triumphbogen du uns gerne stehen sehen würdest. Als ob deine Hände mir verraten würden, welcher Zweifel dich nachts wach hält und welcher Sachzwang dich morgens das Bett verlassen lässt.

Und wenn schon!
Und auch wenn deine Knie mir beichten könnten, welche Hindernisse sie bezwungen und was heute nicht mehr geht, und deine Lende mir zuraunen, wovor dir eigentlich graut, auch wenn dein Handgelenk den ein oder anderen Schwenk aus deiner Jugend anzubieten hätte, und deine Niere diese mit Daten untermauern könnte.

Erst nachher!
Erst wenn ich mir die Mühe mache, das Vertrauen deiner Haut zu gewinnen, der zarten am Ohrläppchen und der über die Jahre hornig gewordenen unter deinen Ballen, erfahre ich, was wirklich zählte, was dich zusammenhielt, wen du in deine Nähe gelassen und wer dir das Wasser reichen durfte. Ich lerne die Wege, die du gingst, lese die Spuren, die dich prägten und finde die Narben der Wunden, die bleiben durften.