
Wenn einer das Wort hält, das er verspricht, das er versprochen hatte, als er Worte noch wie Weggabelungen seiner Principessa auf dem Silbertablett servierte, dazu einen Kaffee ans Bett, ein Dolce noch warm, frisch aus der Backstube, bestäubt mit etwas,d as sich hernach süß von den Fingerspitzen ablecken ließ oder auch den Weg an den Lippen entlangführte für eine Zungenspitze, die sich noch nicht zu küssen traute. Wenn einer das Wort hält, das er auf dem Weg aufgabelte, zwischen Rosen und Reben, mit Blick auf die Stadt, die sie beide ewig nannten, und doch weder sie noch er bewohnten, geschweige denn bewohnen wollten, so sehr der Fokus auf die Handinnenflächen und das was dort geschrieben stand für denjenigen, der des Handinnenflächenlesens mächtig und des Entschlüsselns des Fingerknöchels, der unmissverständlich das nächste Ziel vorgab, halt an mich und verzeihe. Verzeihe das Zögern und Zaudern, das Hakenschlagen und Hebebühnenkonstruieren, das Lispeln und Landungsbrücken immer wieder einziehen, statt dem Fluss sein Bett zu bereiten, mit Plumeau und dreifacher Kopfkissenausführung und immer noch eine Kurve bis zum Horizont, hinter dem sich das, aber wer wollte das vorwegnehmen?
Wenn einer das Wort hält, das er in den Arm genommen und auf der Zunge sich hatte zergehen lassen, das er, weise genug, weder in Frage noch in Rechnung stellte, sondern wie eine Briefmarke ins Album klebte, wie eine Oblate mit offenem Mund in Empfang genommen, und zurecht als einen ersten Kuss gedeutet, zwar noch ohne Zunge, dafür mit jeder Menge Zärtlichkeit angereichert. Wenn einer klug genug, das Vertrauen, das in diesem Wort lag für bare Münze zu nehmen und ernst, und der Freiheit, die es versprach, nicht nur über den Weg sondern auch bis in den Horizont und darüber hinaus zu trauen, und ihnen beiden eine Zukunft zuzutrauen, die sowohl das gemeinsame Waldwachstum, als auch jedem von ihnen als einzeln stehender Baum seine Krone zusprach, was wäre dann wohl möglich im Werden und Lassen, im Wohl wollen und stehen, in Ton und Tat, in Klang und Klugheit zweier Stimmen, zweier Sprachen auch und einem Boden, der nährt, was ihm anvertraut wird und wartet auf die, die Wurzeln schlagen, nicht um zu bleiben sondern um zu blühen.
Wenn einer das Wort hält, das ihm zugeflüstert wurde, auch wenn oder gerade dann, wenn er es erst nicht und später dann auch erst im Aussprechen in all seinen Einzelteilen versteht, als etwas, das in ihm sich vollende, an seinem Gaumen, auf seinen Lippen, in seinen Augen und unter seinem Herzen, da, wo er nicht viele hinlässt und die, die ankommen, auch jederzeit weiterreisen dürften, wenn sie denn wollten, nur natürlich erst nachdem sie das Blut gekostet, die Haut gekost und das Herz feierlich gebenedeit hatten. Wenn einer das Wort hält, sein Wort hält, egal wieviele Haken das Leben schlägt, und wieviele Wiederworte die Welt ihm in den Mund zu legen versucht, und dem Wort die Stange hält noch im stürmischsten Wind, im höchsten Wellengang und auch dort, wo die Landschaft versagt, weil er weiß, was ihm anvertraut wurde, darf etwas entstehen, was er sich nie zugetraut hatte, was er sich nie eingestanden hatte, was die Sehnsucht bisher für sich beansprucht hatte, und was zwischen all den anderen Worten alles andere als weise wirkt, aber jetzt endlich wahr werden darf.